Donnerstag, 17. Januar 2019

Reinhold Würth Der Schraubenkönig

Im zarten Alter von 19 Jahren übernahm Reinhold Würth den Schraubenhandel seines Vaters. Seitdem hat er aus dem Zweimannbetrieb den weltweit größten Direktvertrieb für Montage- und Befestigungstechnik gemacht. Nebenbei etablierte sich Würth als einer der größten Kunstsammler der Welt.

Hamburg - Auf die Frage, wer oder was er am liebsten sein möchte, antwortete Reinhold Würth der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": Chefpandabär mit großer Familie in unbewohntem China. Als Chef der Adolf Würth GmbH & Co. KG ist Reinhold Würth, im Schwabenland "Schrauben-Kalle" genannt, diesem Ideal relativ nahe gekommen.

Mit Schrauben groß geworden: Reinhold Würth
Das Unternehmen wird wie eine große Familie geführt. Erfolgreiche Vertriebsmitarbeiter werden schon mal ein bis zwei Wochen in die Schweiz oder in die Karibik eingeladen. 1600 Mitarbeiter und ihre Angehörigen waren beim bisher größten "Familienausflug" in der französischen Schweiz dabei.

Die Großzügigkeit ist nicht völlig uneigennützig. Der Erfolg eines Unternehmens hängt nach Würths Meinung zu mehr als 50 Prozent von der Mitarbeiterführung ab. Deswegen knausert der Unternehmer auch nicht, wenn es um die Gratifikation erfolgreicher Angestellter geht.

Zweistellige Wachstumsraten

Die Entwicklung der Adolf Würth GmbH & Co. KG scheint seine Philosophie zu bestätigen. Seit er das Unternehmen 1954 von seinem Vater Adolf Würth übernommen hat, ist die Firma stetig gewachsen und beschäftigt heute rund 40.000 Mitarbeiter. Allein in den vergangenen zwölf Jahren stieg der Umsatz der Würth-Gruppe um fast das Dreifache auf 5,4 Milliarden Euro im Jahr 2003.

Der erwartete Gewinn soll mit einem Betrag von 310 Millionen Euro einen neuen Rekord erreicht haben. "Wachstum ohne Gewinn ist tödlich", lautet einer der essenziellen Leitsätze von Würth. Seinem eigenen Anspruch konnte er in den vergangenen beiden Jahren aber nur bedingt nachkommen. Walter Jaeger, Sprecher der Konzernführung, erklärte angesichts verfehlter Ergebnisse die Jahre 2001 und 2002 zu Jahren der Konsolidierung.

Trotzdem ist das Konzept, das hinter dem Aufstieg steht, so einfach wie effizient. Zum einen ein professioneller, hoch motivierter Vertrieb, der den 1,5 Millionen Kunden ein Sortiment von rund 50.000 Produkten bietet. Ferner praktische Innovationen wie etwa die farbliche Markierung von Nuten, damit der Lehrling das Teil nicht falsch herum einsetzt.

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