Dienstag, 13. November 2018

Kim Schmitz "Alle haben mit Geld um sich geworfen"

Jahrelang führte er ein Leben in Luxus, jetzt gibt sich der ehemalige Web-Hochstapler reumütig. "Das, was in der Anklage steht, ist im weitesten Sinne korrekt", sagte Schmitz vor dem Münchner Amtsgericht. Das Urteil: zwei Jahre auf Bewährung.

München - Der unter dem Spitznamen "Kimble" bekannte Computer-Unternehmer Kim Schmitz ist vor dem Amtsgericht München erneut verurteilt worden.

Verstohlener Blick: Kim Schmitz
Der vorsitzende Richter sprach gegen den 29- Jährigen wegen Untreue eine Gesamtstrafe von zwei Jahren mit Bewährung aus. Dabei bezog das Gericht seine frühere Verurteilung wegen Insiderhandels ein.

"Das, was in der Anklage steht, ist im weitesten Sinne so korrekt", sagte Schmitz. Schmitz hatte als Alleinaktionär der "Kimvestor" mit einem nicht abgesicherten 275 000-Euro-Kredit der mehrheitlich ihm gehörenden "Monkey AG" jongliert. Geschädigt wurden die Mitinhaber der Geldgeber-Firma. Sein damaliger persönlicher Assistent wurde zu sechs Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Schmitz hatte ihn zum Vorstand der "Monkey AG".

"Mit Geld um sich geworfen"

Sowohl der einstige Shooting-Star der New Economy als auch sein Mitangeklagter hatten keinerlei Sicherheiten für das Darlehen vereinbart, das immerhin 80 Prozent des Kapitalstocks der Monkey AG ausmachte. Sowohl Kimvestor als auch Monkey stellten im Laufe des vorigen Jahres Insolvenzanträge.

Schmitz betonte allerdings vor Gericht, dass er damals noch nicht gewusst habe, dass er das Darlehen nicht zurückzahlen könne.

Heute sei ihm klar, dass es falsch war, das Darlehen aufzunehmen. Er habe "leichtsinnig" gehandelt. Er habe nicht daran gezweifelt, die "Peanuts" des damaligen Darlehens zurückzahlen zu können, sagte er.

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