Mittwoch, 14. November 2018

Hamburg Media School Eliteschmiede der Medien

Der Medienstandort Hamburg blutet aus. Um den Aderlass zu stoppen, hat die Hansestadt zusammen mit Verlagen, Werbern und Filmfirmen die erste private Medienhochschule gegründet. In zwei Jahren werden hier die künftigen Medienmanager ausgebildet.

Hamburg - Früher war Jan Mojto nur ein klassischer Unternehmer. Für den untergegangen Kirch-Konzern kaufte und verkaufte er Filmrechte. Jetzt hat der 55-jährige Händler und Filmproduzent eine weiteres Betätigungsfeld gefunden: Ökonomisches Wissen und mediale Kreativität wolle die Hochschule vermitteln, sagte Mojto in seiner Funktion als Schirmherr der frisch aus der Taufe gehobenen Hamburg Media School (HMS).

Symbolische Grundsteinlegung: Geschäftsführer Jan Henne De Dijn (l.), Katharina Trebitsch (m.) und Hark Bohm (r.) bei der Eröffnung der HSM
Die HMS, in direkter Nachbarschaft der renommierten Hochschule für bildende Künste gelegen, hat Anfang November ihre Pforten für die ersten 15 Studenten geöffnet. In zwei Jahren werden sie zum Medienmanager mit Master-Abschluss (MBA) ausgebildet - Führungsnachwuchs für die darbende Medienszene. Das ehrgeizige Projekt wurde innerhalb von nur einem Jahr aus dem Boden gestampft. Den Ruf der Hansestadt als Medienstandort soll die HMS wieder stärken, hoffen Politik und Wirtschaft.

Zwar behauptet Hamburg von sich selbst, "Lieblingsort der Medienszene" zu sein, aber leider sieht sich eben jene Medienszene immer öfter nach anderen Standorten um: Fernsehsender wie Premiere und MTV haben der Stadt schon vor Jahren den Rücken gekehrt, die Musik- und Filmindustrie erliegt immer mehr dem Buhlen Berlins. Auch Axel Springer, größtes Verlagshaus am Platz, ist de facto in die Hauptstadt abgewandert.

 Aktuelle und künftige Medienelite: Jan Mojto, Ines Plog, Jörg Dräger, Annegreth Witt-Barthel, Vorsitzende der Hamburg Stiftung für Presse mit den Studenten des 1. Jahrgangs (von rechts)  Prominenz: SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust (l.) und Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger  Kreißsaal der Kreativen: Rund 400 Gäste kamen zur Eröffnung der HMS

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Die Idee wurde aus der tiefsten Krise geboren

Damit die Elbmetropole medienmäßig nicht völlig ausblutet, brachte der Senat mitten in der Medienkrise 2002 die Idee einer privaten Medienhochschule auf den Weg. Und stieß damit auf offene Ohren. Ines Plog, Geschäftsführerin NDR Media und Aufsichtsratsvorsitzende der Hochschule war in ihrer Eröffnungsrede begeistert über das "unbürokratische und zupackende" Verhalten aller Beteiligten.

Wollen den Standort Hamburg stärken: Uwe Grund, Medienpolitischer Sprecher der SPD (l.), Eva Hubert, Chefin der Hamburger Filmförderung (m.), Ulrich Lenze, Geschäftsführer Cinecentrum und Aufsichtsrat der HMS (r.)
Der HMS-Geschäftsführer Jan Henne De Dijn, früherer Benelux-Geschäftsführer beim TV-Einkaufskanal Home Shopping Europe, überzeugte binnen eines Jahres mehr und mehr Vertreter der Branche vom Konzept eines interdisziplinären Mediencampus. Und alle namhaften Hamburger Medienunternehmen spielten mit: Verlage wie G+J ("Stern", "Geo") Axel Springer ("Bild"), Heinrich Bauer ("TV Movie", "Maxi"), Milchstrasse ("TV Spielfilm", "Max") und der SPIEGEL sind vertreten, sowie TV- und Filmproduzenten wie Studio Hamburg und die Trebitsch-Holding.

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