Freitag, 14. Dezember 2018

BMW Eberhard von Kuenheim - der Turbolader

2. Teil: "Vom Schrottlaster Rover überrollt"

So betrieb er auch die Berufung des Führungsduos aus dem heutigen Volkswagen Börsen-Chart zeigen-Chef Bernd Pischetsrieder und Wolfgang Reitzle, der jetzt den Maschinenbauer Linde Börsen-Chart zeigen führt. Nach dem Debakel bei der britischen Tochter Rover, die BMW einen Milliarden-Verlust bescherte, mussten Pischetsrieder und Reitzle gehen. Unter Joachim Milberg fand der Konzern nach der Trennung von Rover auf die Erfolgsspur zurück.

"BMW hat sich unter Ihrer Führung zu einer strahlenden Marke entwickelt"
Johanna Quandt
Als Konsequenz geriet von Kuenheims letzter Auftritt vor der Hauptversammlung des Unternehmens im Mai 1999 zu einem Wechselbad für den langjährigen Industriemanager. "BMW hat sich unter Ihrer Führung zu einer strahlenden Marke entwickelt, deren Profitabilität die Aktionäre stets erfreut", würdigte BMW-Großaktionärin Johanna Quandt seine Leistungen.

Doch harsche Kritik an der Nachfolgeregelung und der Entwicklung um Rover verdarb von Kuenheim den Abschied. "Hätten Sie vor fünf Jahren in den Rückspiegel geschaut, wären Sie nicht vom Schrottlaster Rover überrollt worden", schlug es ihm von Seiten der Kleinaktionäre entgegen.

"Kuenheim hat nie aufgehört, Unternehmer zu sein"

Inzwischen widmet sich der einstige Doyen der deutschen Automobilindustrie dem Wirtschaftsnachwuchs. In der Eberhard von Kuenheim Stiftung, die BMW im Jahr 2000 zu seinen Ehren einrichtete, entwickelt er Projekte zur Eliteförderung, bei denen unternehmerisches Denken und Handeln im Mittelpunkt stehen. Die Stiftung profitiere von der reichen Erfahrung des vielseitig interessierten Ex-Managers, sagt der geschäftsführende Vorstand, Christoph Glaser: "Eberhard von Kuenheim hat nie aufgehört, Unternehmer zu sein."

So forderte von Kuenheim in einem kürzlichen Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" von Politikern, Wirtschaftsführern und Wissenschaftlern "mehr Mut, auch wenn man sich einmal unbeliebt macht." Die Stärke Deutschlands hänge von der Wirtschaft ab.

Und bei seinen Zukunftsrezepten präsentierte sich von Kuenheim einmal mehr ganz als Manager: "Wir müssen aus dem Vollkaskodenken heraus." Der Staat könne die Menschen nicht vor allem schützen. "Jeder muss sich wieder für sich selbst verantwortlich fühlen."

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