Montag, 21. August 2017

BKK-Korruption Verurteilt wegen Bestechung

Die BKK Rheinmetall und die BKK Düsseldorf trieben sie in den Ruin: Zwei Manager wurden schon im vergangenen Jahr zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Heute richtete die Kammer über den früheren Chef einer Abrechnungsfirma.

Düsseldorf - Nach dem Korruptionsskandal bei rheinischen Betriebskrankenkassen (BKK) ist der frühere Chef einer Abrechnungsfirma zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Düsseldorfer Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass der 48-Jährige mehr als 50 Mal BKK-Manager bestochen hat.

  Kein Kavaliersdelikt:  Korruption
[M];DPA.mm.de
Kein Kavaliersdelikt: Korruption
Zudem habe er sich der schweren Untreue und der Beihilfe zur Untreue in mehr als 100 Fällen schuldig gemacht. Durch die Machenschaften entstand ein Schaden in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Die städtische BKK Düsseldorf war danach ruiniert und wurde aufgelöst.

Der Angeklagte habe "aus Geldgier" gehandelt und sich "auf Kosten der Solidargemeinschaft" bereichert, so das Schöffengericht. Der geständige Ex-Manager hatte zwischen 1997 und 2001 Rechnungen für Leistungen erstellt, die gar nicht oder nur zum Teil erbracht wurden. Dabei machte er mit den Chefs der BKK Rheinmetall und BKK Düsseldorf gemeinsame Sache.

Ausplünderung der Krankenkassen schriftlich geregelt

Die Betriebskrankenkassen beglichen die falschen und überhöhten Rechnungen anstandslos. Im Gegenzug erhielten die BKK-Vorstandschefs regelmäßig Bestechungsgelder. Sie waren bereits Ende vergangenen Jahres vom Landgericht Düsseldorf zu Haftstrafen zwischen vier und knapp fünf Jahren verurteilt worden. Gegen das Urteil haben beide Seiten Revision eingelegt.

Weil die korrupten Gesundheitsmanager sich gegenseitig misstrauten, hatten sie die Ausplünderung der Krankenkassen schriftlich geregelt. Dieser Vertrag war den Ermittlern in die Hände gefallen.

Das Schöffengericht schloss sich am Donnerstag mit dem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Der Verteidiger hatte um ein mildes Urteil gebeten. Von den veruntreuten Geldern der Krankenversicherten hatte der Angeklagte seinen aufwändigen Lebensstil finanziert und sich unter anderem ein Baugrundstück in Griechenland gesichert.

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