Freitag, 16. November 2018

Wechselfall Erst Wahlkampfmanager, dann Modemann

Einst sorgte Heino Wiese als Chef der Wahlkampfzentrale Kampa dafür, dass Gerhard Schröder im rechten Licht glänzte. Jetzt soll der Ex-Landesgeschäftsführer der SPD Niedersachsen Chinesen Mode schmackhaft machen.

Hannover - Heino Wiese, Chef der aufgelösten SPD-Wahlkampfzentrale Kampa und Landesgeschäftsführer der SPD in Niedersachsen, steigt aus der Politik aus und nimmt zum 1. September einen Managerposten in der Wirtschaft an.

Auch Wieses Ex-Chef schätzt China: Gerhard Schröder und der chinesische Premier Zhu Rongji im Transrapid
Als Mitglied der Geschäftsleitung des Modeunternehmens S. Oliver soll Wiese nach eigenen Worten Vertriebsstrukturen in Asien aufbauen. "In der Politik könnte ich nur als Bundeskanzler so viel Geld verdienen", begründete er seinen Schritt.

Den Bundeskanzler lernte Heino Wiese beim Skatspielen kennen. Das war vor 13 Jahren. Damals fragte Gerhard Schröder Wiese, ob er nicht Lust hätte, für ihn den "Laden in Ordnung zu bringen". Wiese hatte, und so wurde aus dem Gymnasiallehrer, der in Kirchweyhe geboren wurde und in Syke bei Bremen aufwuchs, Schröders Wahlkampfmanager. Karriere bei der SPD hatte Wiese zuerst als Bezirks-, später als Landesgeschäftsführer gemacht.

"Wenn man mit über 50 ein so gut dotiertes Angebot bekommt, kann man doch nicht Nein sagen", gab Wiese als Begründung für seinen Arbeitplatzwechsel zu Protokoll. Als Direktor für Exportentwicklung solle er für das in Würzburg ansässige Unternehmen nun Vertriebsstrukturen in China und Indonesien aufbauen. SPD-Landesgeschäftsführer wird ab sofort Frank Wilhelmy, der bisher Wieses Stellvertreter war.

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