Mittwoch, 20. September 2017

Michel Friedman Die Chronik einer Affäre

3. Teil: Das Geständnis

5. Juli: Trotz der Fax-Panne seiner Verteidigung will Friedman nicht den Anwalt wechseln.7. Juli: Friedmans Verteidigung teilt mit, dass das Strafverfahren gegen Friedman rechtskräftig abgeschlossen ist. Das Büro von Anwalt Hild erklärt, dass sich Friedman am folgenden Tag erstmals zu den Vorwürfen äußern will.8. Juli: Friedman tritt erstmals nach Beginn der Affäre vor die Medien. Er kündigt an, alle öffentlichen Ämter niederzulegen. Gleichzeitig akzeptiert er einen Strafbefehl wegen illegalen Kokainbesitzes in Höhe von 17.400 Euro. Damit gilt er nun als vorbestraft. Er entschuldigt sich ferner bei der Öffentlichkeit und bei seiner Lebensgefährtin Bärbel Schäfer für sein Verhalten und bittet um eine zweite Chance.Die Berliner Staatsanwaltschaft betont auf einer eigenen Pressekonferenz, dass sie nach eigener Einschätzung korrekt gehandelt habe. Man habe nur die gesetzliche Aufgabe erfüllt, Verdachtsmomenten nachzugehen, sagt Justizsprecher Björn Retzlaff. Es habe keinen "Deal" zwischen Staatsanwaltschaft und Friedman gegeben, der Strafbefehl sei keine außergerichtliche Einigung.Die Ermittlungen seien auf zehn Fälle von illegalem Drogenbesitz beschränkt worden, sagte Retzlaff. "Da lag das Schwergewicht der Taten." Mit dem Strafbefehl, der auf Ergebnissen von Zeugenaussagen, Durchsuchungen von Büro und Wohnung sowie Analysen beruhe, gelte Friedman "natürlich als vorbestraft". Das Verfahren sei rechtskräftig abgeschlossen, da Friedman den Strafbefehl von 150 Tagessätzen zu je 116 Euro akzeptiert habe.Zu Einzelheiten wie dem Ergebnis der Haaranalyse will Retzlaff sich nicht äußern. Er kommentiert jedoch die Vorwürfe von Friedmans Anwalt Eckart Hild, der von einer "öffentlichen Hinrichtung" seines Mandanten gesprochen hatte: "Wir haben zu keinem Zeitpunkt die Medien aktiv über den Ermittlungsstand informiert."Die Behörde sei nur ihrer Auskunftspflicht nachgekommen, und dies auch nur auf Anfrage. Die Ermittlungen gegen Friedman seien Teil eines Verfahrens gegen einen polnisch-ukrainischen Menschenhändlerring. Drei Beschuldigte säßen in Untersuchungshaft.

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