Mittwoch, 20. September 2017

Michel Friedman Die Chronik einer Affäre

2. Teil: Die Panne mit dem Fax

20. Juni: Der öffentliche Rückhalt für Friedman wächst. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries nimmt ihn ebenso wie CSU-Chef Edmund-Stoiber vor Vorverurteilungen in Schutz. Hild bestätigt unterdessen, dass ihm das Ergebnis der Haarprobe vorliegt. Zu Einzelheiten äußert er sich nicht.

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Schmuggelroute: So kommt das Kokain nach Deutschland

21. Juni: Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen ukrainisch-polnischen Menschenhändlerring prüft die Berliner Justiz jetzt auch Spuren, die in den Bundestag führen. Die Berliner Staatsanwaltschaft ordnet an, die Benutzer mehrerer Diensttelefone im Parlament zu ermitteln.23. Juni: Die Analyse der von Michel Friedman abgegebenen Haarprobe ergibt laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung, dass er Drogen konsumiert hat. Der Kokainkonsum werde in dem Gutachten als "mäßig" und "gelegentlich" eingestuft. Die Gutachter nehmen nach Zeitungsangaben auf Grund der Analyse-Ergebnisse an, dass Friedmanlänger als sechs Monate Kokain genommen hat.26. Juni: Der Ältestenrat des Bundestages nimmt Abgeordnete gegen den Verdacht in Schutz, über Diensttelefone Prostituierte bestellt zu haben.27. Juni: Friedmans Lebensgefährtin, die TV-Moderatorin Bärbel Schäfer, geht auf Distanz zu ihrem Partner. Sie müsse mit dem Fall "erst einmal fertig werden", sagt sie der "Bild"-Zeitung.28. Juni: Die Berliner Staatsanwaltschaft erwägt Strafanzeige wegen Beleidigung gegen Berliner Filmproduzenten Artur Brauner. Brauner hatte den Vorwurf geäußert, im Fall Friedman hätten "braun gefärbte Juristen" agiert.29. Juni: Führende Vertreter jüdischer Organisationen kritisieren die deutschen Medien. Die Vizepräsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, spricht in einem Interview des SWR-Magazins "Report" von "Rufmord". Es handele sichum einen "Angriff nicht nur auf Friedman, sondern auch auf die Juden in der Bundesrepublik Deutschland".

"Ich habe Fehler gemacht": Michel Friedman

2. Juli: Hilds Kanzlei hat einen fünfseitigen Vermerk mit Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft im Fall Friedman irrtümlich an einen Pizzabäcker gefaxt. Dieser gibt den Bericht an Dritte weiter, und die "Bild"-Zeitung veröffentlicht die Informationen. Die Berliner Justiz bezeichnet den Aktenvermerk als authentisch.3. Juli: Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, weist erneut Forderungen nach dem Rücktritt seines Stellvertreters zurück.4. Juli: Spiegel und andere prominente Juden erklären, die Berichterstattung über den Fall Friedman seien nicht als antisemitisch zu bewerten. Diesen Vorwurf hatte neben Knobloch auch der Generalsekretär des Europäischen Jüdischen Kongresses, SergeCwajgenbaum, erhoben. Friedman ist Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses.

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