Mittwoch, 19. Dezember 2018

Volkswagen Bye-Bye, Büchelhofer

Der zuletzt am Phaeton gescheiterte Vertriebs- und Marketingvorstand Robert Büchelhofer legt sein Amt überraschend nieder. Der Grund: Streit um die Absatzpolitik des VW-Konzerns.

Wolfsburg - Volkswagen-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer hat bei Europas größtem Autohersteller überraschend seinen Posten aufgegeben.

 Verlässt VW im Streit: Robert Büchelhofer
DPA
Verlässt VW im Streit: Robert Büchelhofer
Büchelhofer habe mit sofortiger Wirkung sein Amt niedergelegt, teilte Volkswagen mit. "Die Vertragsauflösung erfolgt in beiderseitigem Einvernehmen aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Vertriebspolitik des Konzerns", hieß es.

Ein Nachfolger für den 60 Jahre alten Manager, der ebenso das Marketing von Volkswagen verantwortete, sei noch nicht benannt worden. Die VW-Aktie Börsen-Chart zeigen baute nach der Mitteilung ihre Kursverluste aus und notierte am frühen Abend gut fünf Prozent im Minus bei rund 32,20 Euro.

Kein Freund von Pischetsrieder

Der gebürtige Österreicher organisierte jüngst vor allem die Expansion des Konzerns in Asien, insbesondere in China, wo Volkswagen Marktführer ist. Allerdings wird Büchelhofer in der Branche ein schwieriges persönliches Verhältnis zum erst seit einem Jahr amtierenden Konzernchef Bernd Pischetsrieder nachgesagt.

Büchelhofer hatte in Wien von 1961 bis 1966 Wirtschaft studiert, ging dann 1967 als Managementtrainee zu Ford in Salzburg. 1969 wechselte er zur British Leyland Austria KG, wo er zuletzt als Vertriebsdirektor tätig war.

Im Jahr 1977 setzte er seine Laufbahn bei BMW fort, wo er zunächst den Österreich-Absatz verantwortete. 1985 wechselte er in die BMW-Zentrale nach München, wo 1986 zum stellvertretenden Vorstandsmitglied wurde und zwei Jahre später das Vertriebressort übernahm.

1993 wurde Bernd Pischetsrieder Vorstandschef bei BMW, 1994 verließ Büchelhofer den Autobauer nach Differenzen mit seinem damaligen und jetzigen Chef. Nach einer kurzen Zwischenstation ging er bei VW an Bord.

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