Montag, 10. Dezember 2018

Horst Teltschik "Kein Interessenkonflikt"

Der neue Boeing-Lobbyist und ehemalige Kanzlerberater Horst Teltschik will auch weiterhin die Münchener Sicherheitskonferenz leiten.

Berlin - Im Verteidigungsministerium und im Bundespresseamt gibt es laut dem SPIEGEL Überlegungen, den vormaligen Kanzler-Berater Horst Teltschik (62) als Vorsitzenden der alljährlichen Münchener Sicherheitskonferenz abzulösen.

Grund: Der Vertraute Helmut Kohls hat vorige Woche beim amerikanischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Boeing Börsen-Chart zeigen als Lobbyist angeheuert. Die früher als "Wehrkundetagung" bekannte Konferenz, zu der im Februar auch US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld anreiste, wird vom Presseamt finanziert und vom Verteidigungsressort personell unterstützt. Teltschik leitet sie seit 1999.

Bitten der Regierung, Sponsoren zu suchen, hatte Teltschik, der zuletzt für BMW Börsen-Chart zeigen und die Herbert-Quandt-Stiftung tätig war, mit der Begründung verworfen, es böten sich vornehmlich Rüstungskonzerne an. Die lehne er als Finanziers der Veranstaltung jedoch ab. Teltschik selbst sieht sich nicht in einem Interessenkonflikt: Wenn Boeing ein reiner Rüstungskonzern wäre, würde zwar auch er sein Engagement bei der Konferenz für "problematisch" halten. Der Militär-Anteil bei der US-Firma betrage aber nur etwa 20 Prozent. Boeing-Chef Phil Condit rechnet hingegen für dieses Jahr mit mehr als 50 Prozent Rüstungsgeschäften.

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