Freitag, 16. November 2018

Bayer Fünf sind einer zuviel

Der Chemie- und Pharmakonzern verkleinert seinen Vorstand von fünf auf vier Mitglieder. Werner Spinner, zuständig für die Ressorts Marketing, Regionen und Services, verlässt das Gremium aus persönlichen Gründen.

Leverkusen - Der Vorstand des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer Börsen-Chart zeigen soll von bisher fünf auf künftig vier Mitglieder verkleinert werden. Bisher bestand das Leitungsgremium aus dem Vorstandsvorsitzenden Werner Wenning, dem Finanzchef Klaus Kühn, dem Arbeitsdirektor Richard Pott und den Vorstandmitgliedern Werner Spinner und Udo Oels.

 Verlässt den Vorstand aus "persönlichen Gründen": Werner Spinner
DDP
Verlässt den Vorstand aus "persönlichen Gründen": Werner Spinner
Jetzt teilte Bayer überraschend mit, dass Spinner das Unternehmen zum Ende des Monats aus persönlichen Gründen verlassen werde. Der Aufsichtsrat will in der kommenden Woche über die Verkleinerung des Vorstandes und die neue Aufgabenverteilung in dem Gremium beraten.

Spinner war im Vorstand für die Ressorts Marketing, Regionen und Services zuständig. Die Aufgaben würden nun auf mehrere Personen verteilt.

Der Finanzvorstand Klaus Kühn soll nach Bayer-Angaben zusätzlich die Betreuung der Regionen "Europa" sowie "Regions of the World" übernehmen. Udo Oels, zuständig für Innovation, Technologie und Umwelt, soll künftig auch die Region "Asien" im Vorstand vertreten. Richard Pott soll neben der Verantwortung für Strategie und Personal zusätzlich die Regionenbetreuung für Nord-, Mittel- und Südamerika übertragen bekommen.

Klage auf 100 Millionen Dollar Schadenersatz

Ein Sprecher sagte auf Anfrage, der Rückzug Spinners hänge nicht mit der Lipobay-Klage zusammen. Bayer ist im Zusammenhang mit dem Cholesterinsenker von einem US-Amerikaner auf Schadenersatz von 100 Millionen Dollar verklagt worden.

Erst im März vergangenen Jahres hatte Bayer-Chef Werner Wenning den Vorstand des Konzerns umgebaut. Er verkleinerte das Gremium von sieben auf fünf Mitglieder und unterstrich damit die geplante Eigenständigkeit der Töchter.

Spinner bleibt Vorsitzender der Japan-Initiative

Gehen musste damals unter anderem Gottfried Zaby, der für das Chemiegeschäft zuständig war. Neben Zaby änderten auch Frank Morich und Attila Molnar ihre Position. Morich ging als Vorstandschef zur neuen Bayer Healthcare, Molnar zur Bayer-Tochter in die USA.

Spinner bleibt auch nach seinem Ausscheiden bei Bayer Vorsitzender der Japan-Initiative der Deutschen Wirtschaft. Dort trat im März vergangenen Jahres die Nachfolge Hans-Olaf Henkels an, der als damaliger Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie die Initiative seit 1996 geleitet hat.

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