Montag, 10. Dezember 2018

Alexander von Sachsen Ansiedlungsbeauftragter

Der Wettiner-Prinz hat einen neuen Job in der alten Heimat seiner adeligen Verwandten. Der Manager und Urenkel des letzten sächsischen Königs soll für den Freistaat Sachsen werben.

Dresden - Wettiner-Prinz Alexander von Sachsen wirbt künftig weltweit um Investoren für den Freistaat. Der 49-jährige Manager wird zum 1. Februar Ansiedlungsbeauftragter Sachsens, sagte Wirtschaftsminister Martin Gillo (CDU) am Dienstag in Dresden. Der Beratervertrag sei zunächst auf zwei Jahre begrenzt.

Von Mexico in den Freistaat: Alexander von Sachsen
Der Urenkel des letzten sächsischen Königs ist seit Jahren in Mexiko als Import-Export-Fachmann für Lufttransporte deutscher Unternehmen tätig. Seit 1997 hat seine Familie ihren Wohnsitz in der alten Heimat.

"Die Ansiedlung ist einer der wichtigsten Punkte zur weiteren Entwicklung der sächsischen Wirtschaft", begründete der Minister die Entscheidung. Der Prinz habe bereits Kontakte zu Firmen in Kanada und seiner Zweitheimat Mexico vermittelt. Er soll maßgebliche Investitionen aus Nord- und Südamerika, Japan und Westdeutschland nach Sachsen holen. Der Prinz will dafür internationale Kontakte zu Freunden, Botschaftern und Handelskammern nutzen.

"Die Leute in der Welt wissen wenig über Sachsen"

"Auch wenn die Zeiten angesichts wirtschaftlicher Rezession und drohendem Irak-Krieg schwierig sind, wollen wir jetzt Investoren ansprechen und für eine später kommende Wachstumsphase engagieren", beschrieb der studierte Betriebswirt sein Ziel. Der Wettiner, der mehrere Sprachen spricht, will bei gesellschaftlichen Veranstaltungen ungezwungen für den Standort werben. "Die Leute in der Welt wissen wenig über Sachsen", sagte er.

Damit sich das ändert, habe er sich nach viereinhalb Jahren Pendeln zwischen Mexico-Stadt und Dresden für Sachsen entschieden. Seine Firma in Mexico-Stadt sollen die 35 Angestellten langsam selbst übernehmen.

Alexander Prinz von Sachsen - so der offizielle Titel - wurde als Sohn Maria Annas von Sachsen-Gessaphe in München geboren und wuchs in Mexico auf. Nach Abitur und Studium in Deutschland übernahm er 1978 die väterliche Firma in dem südamerikanischen Land. Das Oberhaupt des Hauses Wettin, Markgraf Maria Emanuel von Meissen, ernannte ihn 1997 zum Nachfolger. Grund dafür war die Tatsache, dass weder er noch sein Bruder Albert oder seine in Kanada lebenden Cousins Dedo und Gero Kinder haben.

Danach zog Prinz Alexander mit seiner Frau Gisela - einer Prinzessin von Bayern - und den drei Söhnen nach Dresden, wo 1999 Tochter Maria Teresita zur Welt kam. Prinzessin Gisela engagiert sich seitdem in der Landesstiftung Umwelt. Das Adelsgeschlecht regierte Sachsen von 1458 bis 1918. Ihr bekanntester Vertreter war Kurfürst August der Starke (1670-1733), der 1697 und 1709 König von Polen war.

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