Dienstag, 13. November 2018

Haniel Wer folgt von Haeften?

Die vielköpfige Sippe der Haniels bleibt am liebsten im Hintergrund. Nun steht an der Spitze des weit verzweigten Familienimperiums ein Personalwechsel an. Der Vorsitz des Aufsichtsrats soll neu besetzt werden.

Frankfurt - Im Kontrollgremium des Mischkonzerns Haniel steht ein Wechsel an. Der langjährige Aufsichtsratschef Jan von Haeften (71) werde im Juni kommenden Jahres aus Altersgründen abtreten. Das berichtet der Wirtschaftsdienst "Platow Brief".

Nachfolger gesucht: Noch-AR-Chef von Haeften
Möglicherweise hat die Personalie weiter reichende Folgen, da der Kontrolleursvorsitz bei Haniel üblicherweise mit dem gleichen Posten bei dem Handelsriesen Metro verbunden ist. Dort gehört Haniel gemeinsam mit Otto Beisheim und der Familie Schmidt-Ruthenbeck zu den so genannten originären Gesellschaftern, die mit jeweils 18,84 Prozent an der Metro beteiligt sind.

Einfach wird sich die Suche nach einem Nachfolger für von Haeften bei Haniel nicht gestalten. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählen laut "Platow" die Familien- und AR-Mitglieder Wolf Freiherr von Buchholtz, Peter Groos und Franz Markus Haniel. Als Übergangskandidat komme auch Wulf von Starck in Frage.

Als zu alt gelte hingegen Vize-Aufsichtsratschef Jürgen Libbert, heißt es in dem Bericht weiter. Möglicherweise könne auch eines der beiden mächtigen Familienmitglieder Alexander von Fuchs und Georg Friedrich Bauer den Vorsitz übernehmen.

Besondere Bedeutung hat der Posten des Oberkontrolleurs für den Haniel-Clan durch eine Besonderheit der Firmensatzung. Den knapp 500 Familiengesellschaftern ist es per Satzung untersagt, in das operative Geschäft einzugreifen.

Eine Einflussnahme ist nur über den Aufsichtsrat, den Beirat und den so genannten "Kleinen Kreis", in dem sich die wichtigsten Familienmitglieder versammeln, möglich. Auch der scheidende Chefkontrolleur von Haeften zählt zum "Kleinen Kreis", dem eigentlichen Machtzentrum der Haniels.

Der 246 Jahre alte Konzern (20 Milliarden Euro Umsatz) gehört zu den bedeutendsten und verschwiegensten Familienunternehmen Deutschlands. Unter anderem ist Haniel in den Bereichen Schadensanierung (Belfor), Recycling (ELG Haniel), Pharma-Handel (Gehe) und Baustoffe (Haniel Bau-Industrie) aktiv.

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