Sonntag, 9. Dezember 2018

Stinnes Neuer Stern auf Deutschlands Schienen?

2,5 Milliarden Euro wird die Stinnes-Übernahme die Bahn kosten. Lediglich ein Lenker fehlte Hartmut Mehdorn für die frisch erworbene "Perle im Logistikmarkt". Jetzt wird ein bisher eher glückloser Bahn-Vorstand neuer Chef.

Düsseldorf - Bernd Malmström, bei der Deutschen Bahn für den Bereich Güterverkehr zuständig, ist am Dienstag mit sofortiger Wirkung zum neuen Stinnes-Chef bestellt worden. Nach der fast 100-prozentigen Übernahme des Mühlheimer Logistikkonzerns durch die Bahn ist damit auch der personelle Wechsel eingeleitet.

Neuer Stinnes-Chef: Bernd Malmström
"Wir haben Schenker zehn Jahre bei Stinnes zur Kur geschickt und holen das Unternehmen jetzt runderneuert wieder zurück." Das sagte Malmström Ende Juni, als bekannt wurde, dass die Bahn für Stinnes Börsen-Chart zeigen ein Übernahmeangebot abgegeben hatte. Insgesamt wird die Zukauf geschätzte 2,5 Milliarden Euro kosten. Der bisherige Stinnes-Großaktionär Eon fährt 600 Millionen Euro Buchgewinn ein.

Schenker gehörte - was mittlerweile fast in Vergessenheit geraten ist - schon einmal der Deutschen Bahn. Diese verkaufte die Spedition 1991 an die inzwischen zum Eon-Konzern Börsen-Chart zeigen gehörende Stinnes AG. Bahn-Chef Mehdorn bezeichnete diesen Verkauf mehrfach als Fehler.

Lückenlose Logistik

Stinnes teilte das Unternehmen wenig später in zwei Sparten, wodurch die Firmen Schenker International (Luft- und Seefracht) und Schenker Eurocargo (Europäischer Landverkehr) entstanden.

1997 verkaufte das Unternehmen seine Massengutaktivitäten und stellte sich mit drei Geschäftsbereichen neu auf: Schenker Logistics, Schenker International und Schenker Eurocargo. Durch die Kooperation mit der schwedischen BTL AB entstand der größte Transport- und Logistikanbieter Europas.

Mit dem Rückkauf der Spedition könnte die Bahn nun - wie von Mehdorn erhofft - die Logistikkette bis vor das Firmentor der Kunden schließen, und zwar weltweit. Helfen soll ihm dabei Bernd Malmström.

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