Mittwoch, 21. November 2018

Credit Suisse Der Abgang des CEO ist erfolgt

Der monatelange Ringkampf um seine Posten endete für Lukas Mühlemann kläglich. Der CEO ist sein Doppelmandat los – ihm folgt mit Walter B. Kielholz ein CS-Urgestein auf den Thron des angeschlagenen Allfinanzkonzerns.

Zürich – Monatelang waberten Spekulationen und Gerüchte wegen einer möglichen Demission von Mühlemann durch das 1856 gegründete Finanzhaus. Zu einer regelrechten Vertrauenskrise hatte sich das Hickhack um Führungspositionen entwickelt.

 Neuer Chef der Credit Suisse: Walter B. Kielholz
AP
Neuer Chef der Credit Suisse: Walter B. Kielholz
Im Mittelpunkt des schweizerischen Dramas stand Lukas Mühlemann, der vor acht Jahren in die Credit-Suisse-gruppe Börsen-Chart zeigen eingestiegen war. Der 52-Jährige setzte sich in einer Art Bilderbuchkarriere erst bei der Tochter, der Schweizerischen Rückversicherungs-Gesellschaft durch, wurde dort bald Unternehmenslenker. Damit nicht genug: Er wurde zudem zum Mitglied des Verwaltungsrates des weltweit zweitgrößten Rückversicherungskonzerns ernannt.

1996, mit dem Wechsel zur Holding, war sein Ruf als brillanter Analytiker und durchsetzungsfähige Führungspersönlichkeit gefestigt. Ein Starmanager, ein Börsenliebling. Steigende Gewinne, steigender Börsenwert - Mühlemanns Wirken galt als spektakulär.

 Wer hat einen Arbeitsplatz für ihn? Lukas Mühlemann
Wer hat einen Arbeitsplatz für ihn? Lukas Mühlemann
Mühlemanns Karriere zeigte weiter steil nach oben. Anfang 1997 übernahm er das Chefamt der gesamten Credit-Suisse-Gruppe, drei Jahre später löste der Havanna-Raucher den langjährigen Verwaltungsratspräsidenten, Rainer E. Gut, ab.

Dann zogen erste dunkle Wolken am Himmel auf. Mühlemann wurden seine riskanten Geschäfte mit argentinischen Finanzinstituten und die Rolle als ehemaliger Verwaltungsrat der inzwischen zusammengebrochenen Fluggesellschaft Swissair vorgehalten. Schwere Kritik musste er schließlich aufgrund von zwei Transaktionen einstecken. Für die einverleibte Winterthur-Versicherungsgruppe Börsen-Chart zeigen und die amerikanische Investmentbank Donaldson Lufkin wurden viel zu hohe Preise gezahlt – monierten Kritiker.

Für einen Kuhhandel keine Nerven mehr

Im Geschäftsjahr 2001 brach der Reingewinn um besorgniserregende 73 Prozent ein. Im zweiten Quartal dieses Jahres kam es noch schlimmer. 396 Millionen Euro Verlust wurden vermeldet. Folge: Für das laufende Jahr wird die Dividende deutlich gekürzt (2001: zwei Schweizer Franken je Aktie) – einmalig in der Geschichte des Hauses.

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