Mittwoch, 17. Oktober 2018

ZDF Der Nestbeschmutzer soll schweigen

Gerügt - nach der Verbal-Attacke soll Klaus Bresser auf seine letzte Sendung verzichten.

Mainz - Nachdem sich der scheidende ZDF-Journalist Klaus Bresser öffentlich über die Qualität der politischen Berichterstattung bei den öffentlich-rechtlichen Sendern beschwert hat, fordert die Belegschaft der Mainzer Sendeanstalt von Bresser freiwilligen Moderationsverzicht.

Journalist Bresser: Kein Talk mit Johannes Rau?
"Wir erwarten von Herrn Bresser, dass er freiwillig darauf verzichtet, die letzte "Was nun...?"-Sendung am 21. August zu moderieren", heißt es in einer Erklärung der Vereinigung der Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden (VRFF) im ZDF vom Donnerstag in Mainz. In der Sendung wird Bundespräsident Johannes Rau zu Gast sein.

Der 66-jährige Fernsehjournalist Klaus Bresser wechselt zum privaten Nachrichtensender n-tv und übernimmt dort die Sendung "Talk in Berlin" von Erich Böhme. Die ZDF- Sendung "Was nun...?" wird künftig von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zusammen mit Innenpolitik-Chef Thomas Bellut moderiert werden, wie der Sender am Donnerstag bekannt gab.

Bresser hatte am Mittwoch kritisiert, bei ARD und ZDF würden politische Gesprächsrunden boulevardisiert und verfehlten somit teilweise ihren gesetzlichen Informationsauftrag. Die VRFF wies dies zurück. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen habe mit Abstand das quantitativ und qualitativ bedeutendste Informationsangebot, hieß es in der Mitteilung.

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