Donnerstag, 18. Oktober 2018

Peter Záboji Aufbau abgeschlossen

Der CEO des Telekomunternehmens Tenovis wechselt in den Aufsichtsrat. In den vergangenen zwei Jahren war Záboji damit beschäftigt, aus dem früheren Bosch-Telefonanlagenbauer ein schlagkräftiges Dienstleistungsunternehmen zu formen.

Hamburg – Bei dem Frankfurter Telekomkonzern Tenovis steht ein Führungswechsel an. "Innerhalb der nächsten zwei Monate wird es einen neuen CEO geben. Ich ziehe mich dann in den Aufsichtsrat zurück", sagte der derzeitige Vorstandschef Peter Záboji der "Financial Times Deutschland" (FTD).

 Peter Záboji: Keine genauen Prognosen, aber schwarze Zahlen
Peter Záboji: Keine genauen Prognosen, aber schwarze Zahlen
Den Namen des Nachfolgers gab das Unternehmen nicht bekannt. Es hieß lediglich, dass der Neue aus dem europäischen Ausland kommt. Zumindest der Zeitpunkt für die Übergabe steht fest. "Mein Nachfolger wird die Führung spätestens Ende September übernehmen", sagte Záboji.

Nach Angaben des Unternehmens ist die Neubesetzung des Chefpostens bereits länger geplant. "Es stand von Beginn an fest, dass Peter Záboji in den Aufsichtsrat wechselt, sobald die Aufbauarbeit bei Tenovis abgeschlossen ist", sagte eine Sprecherin gegenüber manager-magazin.de.

Tenovis baut und vermietet Telefonanlagen und ist in diesem Gebiet der zweitgrößte deutsche Anbieter hinter Siemens. Den größten Teil der Fertigung hat Tenovis inzwischen ausgelagert, so dass Telefon-Dienstleistungen in den Vordergrund rücken - etwa der Aufbau von Call Centern und die Einrichtung von Heimarbeitsplätzen.

Neuer Job vor Karriereschluss

Das Unternehmen ging Anfang 2000 aus der Private-Netze-Sparte des Elektrokonzerns Bosch hervor. Als die Stuttgarter aus der Kommunikationsbranche aussteigen wollten, kaufte das New Yorker Investmenthaus Kohlberg Kravis Roberts & Co. den Bereich, benannte ihn in Tenovis um und setzte mit Záboji einen erfahrenen Telekom-Manager an die Spitze.

Der gebürtige Ungar war zuvor unter anderem Mitarbeiter bei IBM und Siemens. Nach einem Gastspiel beim britischen Telekomunternehmen GPT arbeitete er zuletzt als Business Angel in der Internetbranche. Zábojis Karriere schien bereits abgeschlossen, als er im April 2000 an die Spitze von Tenovis berufen wurde.

Záboji verordnete dem Telefonanlagenhersteller zunächst einmal einen Kurswechsel. Ohne viel Aufsehen besetzte er die meisten Toppositionen im Management neu. Da mit dem klassischen Geschäft kaum noch Geld zu verdienen war, setzte der neue CEO auf neue Märkte.

So wurde der Frankfurter Stammsitz an Finanzdienstleister vermietet und das Angebot stärker auf den Mittelstand ausgerichtet. Auch mit der hinderlichen Bosch-Bürokratie macht Záboji kurzen Prozess. Ohne Einschnitte im Personalbereich liefen die Umstrukturierungen nicht ab. Mehrere Werke wurden geschlossen.

Auch während der aktuellen Krise in der Kommunikationsbranche tauchten erneut Gerüchte über mögliche Kündigungen auf. Der scheidende Unternehmenschef gibt sich trotzdem optimistisch. Zwar wollte Záboji keine genauen Ertragsprognosen abgegeben; dennoch ist er davon überzeugt, das Jahr mit schwarzen Zahlen abzuschließen.

Nach schwachen ersten drei Monaten spricht Záboji von einem "tollen" zweiten Quartal und rechnet für das zweite Halbjahr mit einer Belebung des Geschäfts. Im Gesamtjahr soll Tenovis daher den Umsatzrückgang von drei Prozent auf 970 Millionen Euro wieder wettmachen, den es 2001 verbuchte. "Wir werden die Milliarde Euro wieder schaffen", sagte Záboji. 2003 sollen mindestens fünf Prozent mehr Umsatz erzielt werden.

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