Mittwoch, 14. November 2018

Michael Jackson Sony schlägt zurück

Vor wenigen Tagen beschimpfte Michael Jackson den Sony-Boss Tommy Mottola als Rassisten und gab ihm die Schuld an den schlechten Verkäufen seines letzten Albums. Nun schlägt die Plattenfirma zurück: Jackson verdanke den Ruin seiner Karriere seinem bizarren Aussehen und dem Ruf als Kinderschänder.

Am Samstag hatte der 43-jährige Popstar, unterstützt vom umstrittenen schwarzen Bürgerrechtler und Baptistenpastor Al Sharpton, seine Kampagne gegen den Konzern Sony gestartet. Dabei beschimpfte er Tommy Mottola als Rassist und Teufel, der Schuld sei am Zusammenbruch seiner Karriere.

Popstar Jackson: Noch immer von Fans umringt
Sony konterte in einem Bericht der "New York Daily News", dass sich der selbst ernannte "King of Pop" den Ruin seiner Karriere selbst zuzuschreiben habe. Sein bizarres Aussehen und sein Ruf als "Kinderschänder" hielten die Leute davon ab, seine Musik zu hören und die Alben zu kaufen.

Sony hatte die Vorwürfe gegen Mottola bereits am Sonntag als lächerlich und verletzend zurückgewiesen. "Wir sind entsetzt, dass Jackson in seinem ewig währenden Drang nach Publicity so tief sinkt", erklärte ein Sprecher der Plattenfirma am Dienstag. Als Ursache für die schlechten Verkaufszahlen sieht Sony vielmehr die Pädophilie-Vorwürfe gegen den Musiker. "Viele Eltern lehnen ihn als Entertainer ab."

Ist Tommy Mottola ein "rassistischer Teufel"?

Seit 1993 kursieren Gerüchte über Jacksons pädophile Neigungen. Ein 13-Jähriger hatte seinem Psychotherapeuten gestanden, der Sänger habe ihn unsittlich angefasst und belästigt. Die Eltern des Jungen erhoben zwar Anklage, man einigte sich allerdings außergerichtlich auf eine Zahlung von 15 bis 24 Millionen Dollar.

Unterdessen distanziert sich auch Jacksons wichtigster Mitstreiter, Al Sharpton, von den Aussagen des Popstars. Gegenüber der "New York Post" zeigte er sich bestürzt und überrascht von den Vorwürfen, Tommy Mottola sei ein rassistischer Teufel. Sharpton, ehemals Bürgermeisterkandidat New Yorks, hatte zusammen mit dem amerikanischen Anwalt Johnnie Cochran eine Initiative gegründet, die sich nach eigenen Angaben gegen die Ausbeutung schwarzer Musiker durch Plattenfirmen richtet.

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