Montag, 10. Dezember 2018

Trienekens Das jähe Ende eines Müllbarons

Mit Bauernschläue und den richtigen politischen Kontakten schuf Hellmut Trienekens den größten Entsorgungskonzern Deutschlands. Erst der Kölner Spendenskandal beendete seine Karriere. Mit der Übernahme durch RWE wird auch der Name des umtriebigen Müllmoguls entsorgt.

Düsseldorf/Hamburg - Kungeleien halfen dem 63-jährigen Hellmut Trienekens beim Aufbau seines Müll-Imperiums. Doch seine umstrittenen Geschäftsgepflogenheiten lösten den Kölner Spendenskandal aus. Das Ende seiner Karriere war eingeläutet: Er stieg auf, stolperte und stürzte. Sein Posten als Berater wurde nach den Enthüllungen der Skandale von RWE annulliert. Nun wird nicht nur sein Posten, sondern auch sein Name entsorgt.

 Hellmut Trienekens spielt eine Schlüsselrolle im Kölner SPD-Spendenskandal
DPA; Kölner Stadtanzeiger/ Grünert
Hellmut Trienekens spielt eine Schlüsselrolle im Kölner SPD-Spendenskandal
Anfang der 80er Jahre war Trienekens Star der Müllwerker. 15.000 Menschen besuchten täglich seine Müllverwertungsanlage in Neuss, die erste Rohstoff-Rückgewinnungsanlage Deutschlands. Während seine Konkurrenten den Müll unachtsam auf die Deponie warfen, sortierte Trienekens Eisen, Plastik und Gummi fein säuberlich aus. Dreck verwandelte er zu Geld und wurde so zum ersten Recycler Deutschlands.

Die Geschäfte liefen gut. Irgendwann hatte Trienekens offenbar so viel Geld, dass er großzügig spenden konnte: Seine Firma spielt eine Schlüsselrolle im Kölner SPD-Skandal.

Hat Trienekens zu naiv gehandelt?

Angefangen hat der gelernte Kaufmann 1961, im Heu- und Strohgroßhandelsgeschäft seines Vaters in Viersen. Er wandelte den Konzern zum Stadtreinigungsunternehmen um. Nach dem Tod seines Vaters, übernahm er 1968 den Betrieb und konzentrierte sich auf die Müllentsorgung. Der Vater von drei Töchtern netzwerkelte und wurde 1980 Vorstandsmitglied im Bundesverband der deutschen Entsorgungswirtschaft. Trienekens richtete Deponien für unterschiedlichste Abfallarten ein und gründete ein eigenes Labor zur Umwelt- und Abfallanalytik.

Der CDU-Mann hat über die Jahre ein engmaschiges Netz an Kontakten in ganz Nordrhein-Westfalen gesponnen. Ex-Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes stammt wie Trienekens aus Viersen. Antwerpes hatte sich Mitte der neunziger Jahre vehement für den Bau der Müllverbrennungsanlage (MVA) Köln eingesetzt und sich einen heftigen Streit mit NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) geliefert, die die MVA verhindern wollte. Sie sei an Antwerpes gescheitert, gab Höhn unlängst zu.

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