Mittwoch, 19. Dezember 2018

Fußball Blattergate

Der Druck auf den Fifa-Präsidenten wächst. Elf Mitglieder der Exekutivekomitees wollen Joseph Blatter verklagen. Ihr Vorwurf: Amtsmissbrauch und Misswirtschaft.

Unter Beschuss: Fifa-Präsident Joseph Blatter

Seoul/Rotterdam - Drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl des Fußball-Weltverbandes (Fifa) in Seoul verhärtet sich die Front gegen Amtsinhaber Joseph Blatter. Elf von 24 Mitgliedern der Fifa-Exekutive werden bis Freitag wegen Amtsmissbrauchs und Misswirtschaft Klage gegen Blatter vor einem Schweizer Gericht einreichen. Das gab Lennart Johansson, Mitglied der Fifa-Exekutive und Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa), im Vorfeld des Uefa-Cup-Finals in Rotterdam zwischen Borussia Dortmund und Feyenoord Rotterdam bekannt.

"Schweizer Recht zufolge ist man zu einer Klage verpflichtet, wenn man Kenntnis von einem kriminellen Akt hat. Wer in diesem Zusammenhang Informationen zurückhält, macht sich selber strafbar. Dem Report von Michel Zen-Ruffinen zufolge sind wir verpflichtet, vor Gericht zu gehen", meinte Johansson und kündigte die Einreichung der Klage am Mittwochnachmittag innerhalb der nächsten 48 Stunden an. Fifa-Generalsekretär Zen-Ruffinen hatte am Rande der Fifa-Exekutivsitzung in Zürich ein Dossier mit schweren Vorwürfen gegen Blatter vorgelegt.

"Seit Monaten andauernde, systematische Angriffe"

"Die Klageandrohung ist für mich enttäuschend, aber nicht überraschend. Sie ist die logische Folge der auf den Fifa-Präsidenten durch meine Gegner mit dem Ziel, meinen Ruf und meine persönliche Integrität zu zerstören", ließ Blatter in einer Pressemitteilung verlauten.

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, der beim Kongress und der Präsidentenwahl am 29. Mai in Seoul Amtsinhaber Blatter unterstützen will, sagte: "Wenn es neue Sachverhalte geben sollte, müssen wir uns im DFB-Vorstand zusammensetzen und die Situation neu überdenken." Er kenne die Klageandrohung jedoch nur aus der Presse und müsse prüfen, welche Konsequenzen Blatter tatsächlich drohen.

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