Dienstag, 26. Juli 2016

Karriereknick Arbeitslose Manager haben schlechte Karten

Auch die Wirtschaftselite leidet unter der Jobflaute. Die Vermittlungschancen von Führungskräften haben sich dramatisch verschlechtert.

Gekündigt:Auch Manager spüren die Folgen der Wirtschaftsflaute

Berlin - Für arbeitslose Manager wird es zunehmend schwer, einen Job zu finden. Hauptgrund sei die schwache Konjunktur, erklärte die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung der Bundesanstalt für Arbeit (ZAV) am Mittwoch in Berlin. "Nach den Boom-Jahren 1999 und 2000 haben sich die Vermittlungschancen von Führungskräften spürbar verschlechtert." Die ZAV konnte 2001 403 Führungskräfte in Wirtschaft und Gesundheitswesen unterbringen, 11,8 Prozent weniger als im Jahr 2000.

Die Nachfrage nach Spitzenleuten werde dieses Jahr "nicht sehr stark anziehen", hieß es. Der Stellenmarkt für Top-Leute sei deutlich enger geworden. Besonders schwierig sei die Lage für Manager der obersten und oberen Führungsebene. Die Zentralstelle habe vergangenes Jahr 2.040 Stellenangebote erhalten, 23 Prozent weniger als 2000. Fast alle großen Personalberatungen hätten Umsatzeinbußen von zehn bis 30 Prozent hinnehmen müssen.

"Das Bewerberpotenzial dürfte noch breiter werden"

Waren im Jahr 2000 bei der ZAV der Stellen- und Bewerberzugang im Bereich Führungskräfte rechnerisch nahezu im Gleichgewicht, verschlechterte sich die Relation 2001: 100 Leute bewarben sich - statistisch gesehen - auf 80 offene Stellen. Im ersten Quartal 2002 lag das Verhältnis bei 100 zu 50. Der beginnende Konjunkturaufschwung werde sich frühestens zum Ende des Jahres positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken, hieß es.

Die ZAV appellierte insbesondere an den Mittelstand, die Lage zu nutzen und jetzt Führungskräfte zu engagieren. "Das Bewerberpotenzial dürfte im Verlauf des Jahres 2002 sowohl in quantitativer wie qualitativer Hinsicht noch breiter werden." Im Bewerber-Pool der ZAV hätten sich Ende 2001 4.038 Führungskräfte befunden, 22 mehr als ein Jahr zuvor.

Arbeitslosigkeit verringere für Manager die Chancen auf einen neuen Job, hieß es. Mehr als die Hälfte (57,2 Prozent) der von der ZAV vermittelten Spitzenkräfte befanden sich den Angaben zufolge bei Unterzeichnung ihres neuen Arbeitsvertrages in ungekündigter Position. "Lediglich 33,3 Prozent waren bereits arbeitslos." Der Rest hatte einen Aufhebungsvertrag geschlossen, stand also kurz vor der Arbeitslosigkeit.

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