Montag, 19. November 2018

Deutsche Bahn Personalchef Föhr muss gehen

Nach vehementer Kritik aus dem Gewerkschaftslager trennt sich die Deutsche Bahn (DB) von Personalvorstand Horst Föhr.

Soll aus dem DB-Vorstand ausscheiden: Horst Föhr, 57

Berlin/Hamburg - Föhr wurde auf der Aufsichtsratssitzung am 5. Dezember von seinem Posten abberufen. Der 57-jährige Bahn-Manager wird auf eine Führungsposition im Gebäudemanagement der Gesellschaft wechseln.

Föhr, bislang für zuletzt 226.000 Bahnbeschäftigte verantwortlich, sei vor allem bei der Eisenbahnergewerkschaft Transnet in die Kritik geraten, die erst im Oktober die "völlig unfähige Führungsschicht", "utopische Zielvorgaben" und "praxisferne Entscheidungen" beim Personalabbau der Bahn bemängelt hatte, so "Der Spiegel".

Differenzen mit Bahn-Chef Mehdorn

Durch seine Kritik an den staatsanwaltschatlichen Ermittlungen im DB-Korruptionsskandal - dabei ging es vor allem um Schmiergeldzahlung bei der Vergabe von Bauaufträgen in Ostdeutschland - habe Föhr zuletzt auch Konzernchef Hartmut Mehdorn gegen sich aufgebracht.

Mit Föhrs Nachfolger soll wieder Schwung in die stockenden Verhandlungen über neue Branchentarifverträge kommen. Die Bahn drängt auf eine schnelle Einigung, denn bei einigen Ausschreibungen hat sie ihre Angebote bereits auf der Basis dieser neuen Tarife kalkuliert.

CDU/CSU: Mehdorn in die Schranken weisen

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion forderte Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) unterdessen auf einzugreifen. Er könne nicht zusehen, wie Bahn-Chef Mehdorn Spitzenmanager feuere. Erst vor wenigen Wochen hatte sich die Bahn von ihrem Netz-Vorstand Thilo Sarrazin getrennt.

Auf der Aufsichtsratssitzung im Dezember wird der Vorstand zudem um einen Posten verkleinert. Mehdorn übernimmt die Aufgaben von Vorstand Dieter Ullsperger, der bislang für die Bahnhöfe zuständig war und sich künftig als Chef einer Tochtergesellschaft um den Verkauf der Bahn-Immobilien kümmern soll.

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