Montag, 10. Dezember 2018

Josef von Ferenczy PR-Legende pleite

Die Suche nach einem neuen Partner ist fehlgeschlagen. Nun hat der 83-jährige Medienunternehmer aus München einen Insolvenzantrag gestellt.

München – Josef von Ferenczy, der Chef und Gründer der Ferenczy Mediahaus GmbH & Co KG, hat beim Amtsgericht München mit Wirkung vom 16. August vorläufige Insolvenz beantragt. Offenbar ist dieser Schritt eine Konsequenz aus dem Scheitern der Verhandlungen mit dem Unternehmer Jürgen Ströbel, der sich an der Gesellschaft des 83jährigen beteiligen wollte.

Zuvor waren bereits zwei Versuche Ferenczys fehlgeschlagen, einen Partner für sein Unternehmen zu finden. 1998 verhandelte er mit Moritz Hunzinger, ein Jahr später mit der HypoVereinsbank-Tochter HVB-Beteiligungsgesellschaft und Erich Lejeune, dem Vorstands-Chef der am Neuen Markt notierten CE Consumer Electronics AG.

Einen dritten Anlauf unternahm er nach der Fusion der Tempus-Töchter Mediahaus Ströbel und CIA Medianetwork zur Media-Agentur Ströbel Communications. Die Idee, Ferenczys Gesellschaft der neuen Firma anzugliedern, wurde lange diskutiert, aber letztlich verworfen.

Gegenüber manager-magazin.de bedauerte Ex-Wunschpartner Moritz Hunzinger die aktuelle Entwicklung. "Der jetzt gestellte Insolvenzantrag", so Hunzinger, "hätte vermutlich vermieden werden können, wenn früher auf eine Einigung hingearbeitet worden wäre."

Das Scheitern seiner Übernahme von Ferenczy vor drei Jahren führt Hunzinger auf die unterschiedlichen Preisvorstellungen für die Übernahme zurück. Nach seiner Darstellung forderte die Gegenseite 26 Millionen Mark, er selbst war aber nur bereit, 12 Millionen Mark zu zahlen.

Clemens von Frentz

© manager magazin 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH