18.04.2001
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Evotec
Gründer räumt Chefsessel

Karsten Henco, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender der Hamburger Biotech-Firma, zieht sich aus der Unternehmensführung zurück. Analysten reagieren skeptisch auf das umfassende Revirement in der Chefetage.

Künftiger Evotec-Chef: Jörg Aldag
Newscast

Künftiger Evotec-Chef: Jörg Aldag

Hamburg - Die Evotec BioSystems AG (Evotec OAI) strukturiert ihre Führungsgremien um. Dies berichtet das manager magazin exklusiv aus seiner Mai-Ausgabe, die am Freitag (20. April) erscheint.

Der bisherige Finanzvorstand Jörn Aldag, 42, steigt zum 30. Juni zum Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden von Evotec auf. Für den frei werdenden Posten des Finanzchefs sucht das Unternehmen derzeit noch einen Nachfolger.

Sean Marrett wird als kaufmännischer Direktor die Business-Development-Aktivitäten leiten. Bis Anfang April dieses Jahres verantwortete er bei GlaxoSmithKline die Entwicklung neuer Produkte.

Auch Aufsichtsrat wird neu besetzt

Rückzug aus dem operativen Geschäft: Karsten Henco
AP

Rückzug aus dem operativen Geschäft: Karsten Henco

Der derzeitige Vorstandschef Karsten Henco und der Noch-Präsident Edwin Moses werden in den Aufsichtsrat wechseln und sollen die neue Führung weiter beraten. Der 49-jährige Henco zählt zu den Stars der deutschen Gründerszene. Mit Metin Colpan gründete er Mitte der 80er Jahre die Biotech-Erfolgsfirma Qiagen. 1993 rief Henco mit weiteren Partnern Evotec ins Leben.

Pol Bamelis, Vorstand Forschung und Entwicklung der Bayer AG, wird zum 1. Mai 2001 ebenfalls dem Aufsichtsrat beitreten. Während seiner Amtszeit bei Bayer habe er große Kooperationen mit führenden Biotech-Unternehmen geschlossen, erklärte Evotec am Mittwoch ad hoc. Roland Oetker und Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger werden aus dem Aufsichtsrat ausscheiden.

Evotec-Aktie unter Druck

Basis der Biotech-Firma, die mit 500 Mitarbeitern 28 Millionen Euro Umsatz erlöst, ist eine revolutionäre Erfindung: Evotec-Roboter testen schnell und zu niedrigen Kosten Wirkstoffe für die Pharmaforschung. Die Entwicklungszeit eines Medikaments verkürzt sich um Jahre.

Evotec will sich als Allround-Dienstleister für die präklinische Forschung der Pharmaindustrie positionieren. Im vergangenen Herbst kauften die Hamburger mit 500 Millionen Euro in Aktien die englische Firma Oxford Asymmetry International (OAI). Die Briten verfügen über eine gigantische Bibliothek an Testsubstanzen, die für die Wirkstoffforschung benötigt werden.

Obwohl Evotec als solides Unternehmen gilt und das Produkt von Experten als zukunftsträchtig eingeschätzt wird, kann sich die Aktie dem Abwärtstrend an der Börse nicht widersetzen. Seit seinem Höchststand im März vergangenen Jahres hat das Evotec-Papier rund 80 Prozent an Wert verloren. Anleger warten auf Großauträge aus der Pharmaindustrie.

Analysten skeptisch

Jörn Aldag, der künftige Vorstandsvorsitzende von Evotec, genießt in der Industrie einen tadellosen Ruf. Nach Stationen bei MAN GHH und der Treuhand kam der Ökonom 1997 zu Evotec.

Analysten reagierten dennoch skeptisch auf die Neubesetzung der Evotec-Spitze. "Ein Management-Wechsel ist keine gute Nachricht", sagte Meng Si, Analystin bei der Bankgesellschaft Berlin. Obwohl sich Aldag als Finanzvorstand bewährt habe, befinde sich Evotec durch die OAI-Integration derzeit in einer Wachstumsphase. Der Wechsel komme daher zu keinem guten Zeitpunkt. Die Analystin stuft die am Frankfurter Neuen Markt notierte Aktie gegenwärtig mit "Halten" ein.

Merck Finck-Analyst Juri Jenkner wartet auf weitere Aufträge, die die Entwicklung Evotecs hin zu einem Dienstleister für die Pharmabranche bestätigten. Bislang habe Evotec eine Vereinbarung mit Medigene geschlossen, sagte Jenkner. Allerdings sei dieser Deal sehr klein. Die Veränderungen in der Führungsspitze sieht der Analyst ebenfalls kritisch.

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