Freitag, 14. Dezember 2018

Jose Ignacio Lopez Skandal versinkt in Gedächtnislücken

Ein Autounfall vor drei Jahren soll starke Spuren hinterlassen haben. Infolgedessen kann der Topmanager kaum an die USA ausgeliefert werden.

Jose Ignacio Lopez kann sich an nichts erinnern
DPA
Jose Ignacio Lopez kann sich an nichts erinnern

Madrid - Der frühere VW-Manager Jose Ignacio Lopez de Arriortua leidet infolge eines Autounfalls vor drei Jahren unter psychischen Störungen. Dies geht aus einem medizinischen Gutachten hervor, das der spanische Nationale Gerichtshof im Verfahren um die Auslieferung des früheren Einkaufschefs von General Motors (GM) und Volkswagen an die USA angefordert hatte.

Der 60-jährige "Super-Lopez" leide unter Gedächtnisstörungen und einer verzerrten Wahrnehmung der Realität, heißt es nach spanischen Presseberichten vom Mittwoch in dem Gutachten. Sein Kurzzeitgedächtnis weise Lücken auf. Zudem könne Lopez die Konsequenzen seiner Handlungen nicht mehr richtig einschätzen.

Die USA hatten in Spanien die Auslieferung des Basken beantragt. Dem ehemaligen Topmanager werden in den USA Betrug und Diebstahl von Geheimunterlagen zur Last gelegt. Danach soll Lopez 1993 bei seinem Wechsel zu VW vertrauliche Dokumente von GM und der GM-Tochterfirma Adam Opel AG zu Volkswagen mitgenommen haben.

Die spanische Staatsanwaltschaft hatte für eine Auslieferung des Ex-Managers plädiert. Nach Ansicht von Beobachtern dürfte es allerdings nun auf Grund des medizinischen Gutachtens weniger wahrscheinlich geworden sein, dass das Gericht das Gesuch der USA annimmt. Die letzte Entscheidung darüber, ob Lopez an die US-Justiz überstellt wird, liegt bei der spanischen Regierung. Bisher hat Madrid noch keinen Spanier an die USA ausgeliefert.

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