Freitag, 30. September 2016

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Hochschulen Die beliebtesten Hochschulen der deutschen Top-Manager

Hochschulen: Wo prominente Wirtschaftslenker studiert haben
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DPA

Karlsruhe, Köln und Aachen sind die beliebtesten Hochschulen der deutschen Managerelite. Das zeigt eine exklusive Auswertung für manager magazin. Fachhochschul-Diplome oder MBAs sind demnach bei Vorständen eher unbeliebt. Klar wird auch: Echte Kaderschmieden gibt es in Deutschland nicht.

Hamburg - BWL im top-gerankten Mannheim oder ein teurer MBA von einer Privatuniversität? Muss nicht sein. Wer es in die exklusiveren Chefetagen Deutschlands schaffen will, kann eigentlich fast überall studieren. Das geht aus einer Auswertung des Elitenforschers Michael Hartmann hervor, die manager magazin exklusiv vorliegt.

Hartmann hat dazu die Bildungsbiografien von 529 Vorstandsmitgliedern der 100 größten deutschen Unternehmen untersucht (Stand 2014). Demnach hat die große Mehrheit der aktuellen Wirtschaftselite ein konventionelles Studium an einer staatlichen Universität in Deutschland absolviert.

Die Liste der Top-5 besteht größtenteils aus alten Bekannten: Die TU Karlsruhe, die inzwischen auch unter dem Namen "Karlsruher Institut für Technologie" (KIT) firmiert, stellt in Deutschland mit Abstand die meisten Top-Manager (24), gefolgt von der Universität Köln sowie der RWTH Aachen (jeweils 17). An der Universität Mannheim studierten ebenso wie an der LMU München jeweils 13 Vorstände. Danach folgen, jeweils in kleinerer Stückzahl, ein Großteil der weiteren 101 Universitäten der Bundesrepublik.

Ein Studium an einer Fachhochschule haben lediglich 27 Vorstandsmitglieder absolviert, bei den ausländischen Universitäten liegt die HSG St. Gallen mit 10 Absolventen vor der ETH Zürich sowie der Uni Göteborg (jeweils 3).

"Breite Verteilung der Wirtschaftselite"

Eine Konzentration auf einige wenige nationale Kaderschmieden, wie sie etwa in Frankreich üblich ist, lässt sich hierzulande demnach nicht feststellen. Vielmehr reflektieren die Ergebnisse die egalitäre, föderale Struktur des deutschen Bildungssystems. Lange Zeit galt hierzulande der Grundsatz, dass sich die Studienbedingungen an einzelnen Universitäten nicht allzu sehr unterscheiden sollten. Erst vor zehn Jahren beschloss die Bundesregierung im Rahmen der Exzellenzinitiative vor allem die Forschung an einigen wenigen Hochschulen besonders zu fördern.

"Charakteristisch für Deutschland ist daher die breite Verteilung der Wirtschaftselite auf nahezu alle Universitäten des Landes", sagt Hartmann, dessen Auswertung auf öffentlich zugänglichen Quellen wie zum Beispiel Unternehmenswebsites oder der biografischen Datenbank "Munzinger" beruht.

Das gute Abschneiden der LMU München sowie der Universität Köln lässt sich mit einiger Sicherheit auf ihre schiere Größe zurückführen: Mit jeweils rund 50.000 Studierenden sind sie die meist besuchtesten Hochschulen des Landes. Außerdem werden in kaum einem anderen Land so viele große Unternehmen von Ingenieuren geführt, was die hohen Platzierungen technischer Universitäten wie der TU Karlsruhe und der RWTH Aachen erklärt.

Träger eines MBAs (Master of Business Administration) trifft man in deutschen Chefetagen eher selten. Lediglich fünf Prozent der Vorstandsvorsitzenden und Vorstandsmitglieder haben in einen solchen, oftmals kostspieligen Abschluss investiert. Noch rarer machen sich hier die Absolventen von Privatuniversitäten: Nur jeweils ein deutscher Alumni der WHU (Vallendar) und der EBS (Oestrich-Winkel) hat es laut Hartmanns Auswertung in einen der von ihm untersuchten Vorstände geschafft.


Lesen Sie hierzu in der neuen manager-magazin-Titelgeschichte "Das Beste - oder nichts" : Warum immer mehr Unternehmer und Top-Manager Unsummen in die Ausbildung ihrer Kinder investieren, ihnen damit aber oft mehr schaden als nutzen. Außerdem: Weshalb das deutsche Abitur an britischen Eliteuniversitäten besonders geschätzt wird und wie Ex-Thyssen-Chef Dieter Vogel seinem Sohn nach einer Ausbildung in England und den USA fünf Millionen Euro spendierte.

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