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20. August 2009, 10:03 Uhr

Deutschlands Toparbeitgeber

Lufthansa und Audi vorn

Von Michael Gatermann, Karsten Langer und Klaus Werle

Die Jobaussichten für Hochschulabsolventen sind besser als befürchtet. Denn nur ein Drittel der Dax-Firmen reduziert die Einstellungen von Akademikern. Die beliebtesten Unternehmen angehender BWLer und Ingenieure sind Lufthansa und Audi. manager magazin veröffentlicht exklusiv das Ranking der Toparbeitgeber.

Hamburg - Die Jobaussichten für Hochschulabsolventen sind besser als befürchtet. Dies ist das Ergebnis einer exklusiven manager-magazin-Umfrage unter den Dax-Firmen. Die vollständigen Ergebnisse veröffentlicht das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (21. August) im Handel erhältlich ist.

Nicht bange machen lassen: Die Berufsaussichten für Hochschulabsolventen sind besser als befürchtet
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Nicht bange machen lassen: Die Berufsaussichten für Hochschulabsolventen sind besser als befürchtet

Danach reduzieren trotz der Wirtschaftskrise nur zehn der 30 befragten Unternehmen in diesem Jahr die Zahl der Absolventen, die sie einstellen. Die meisten Personalabteilungen stellen in ähnlicher Größenordnung ein wie 2008. Auch die Einstiegsgehälter wurden nicht gekürzt - sondern teilweise gemäß Tarifabschlüssen sogar angehoben.

Dennoch bewerten die Jungakademiker ihre Zukunft pessimistischer, wie das "Absolventenbarometer 2009" von Trendence ergab. Das Berliner Beratungsunternehmen befragte rund 18.000 examensnahe Studierende der Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften nach ihren Traumarbeitgebern und ihren Erwartungen. Fast zwei Drittel der Wirtschaftswissenschaftler glauben, dass es in diesem Jahr schwierig sein wird, einen Arbeitsplatz zu finden - 2008 hatten dieser Aussage nur gut 26 Prozent zugestimmt.

Im Ranking der Toparbeitgeber steht 2009 erstmals seit Langem bei den Wirtschaftswissenschaftlern kein Autokonzern an der Spitze. Stattdessen konnte Lufthansa trotz Einstellungsstopp den ersten Platz erobern, gefolgt von Audi , Porsche , BMW und der Deutschen Bank .

Die angehenden Ingenieure wählten Audi, Porsche, BMW, Siemens und Daimler auf die Plätze eins bis fünf. Trotz ihrer Dominanz auf den Rängen haben viele Automobilisten allerdings prozentual an Beliebtheit eingebüßt. "Die Hiobsbotschaften der vergangenen Monate spielen hier sicher eine gewisse Rolle", sagt Trendence-Geschäftsführer Holger Koch. Neben BMW, Porsche und Daimler zählen auch PricewaterhouseCoopers und Puma zu den diesjährigen Verlierern in der Gunst der Wirtschaftswissenschaftler.

In der begehrten Gruppe der "High Potentials" kürten die Betriebs- und Volkswirte McKinsey, die Boston Consulting Group, Lufthansa, Audi und Deutsche Bank zu den Top 5. Unter den Ingenieuren siegte Audi, gefolgt von Bosch, BMW, Daimler und Lufthansa Technik.

Für eine erfolgreiche Bewerbung erwarten die Toparbeitgeber allerdings auch Einiges: Gute Noten, schnelles Studium, Praktika und Internationalität sind ein Muss, ebenso hohe Mobilität und Eigenmotivation.

"Wir wollen keinen, der im Job nur die Zeit zwischen Ein- und Ausstempeln überbrückt", sagt Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer.

Die Aufsteiger und Absteiger der BWLer

Gewinner des Jahres 2009 ist bei den BWLern neben Lufthansa das Auswärtige Amt, das sich vom 13. auf den siebten Platz vorschieben konnte. Im vergangenen Jahr bewerteten 4,7 Prozent aller angehenden Absolventen das Amt als besonders attraktiv, aktuell sind es 6,4 Prozent. Coca-Cola verbesserte sich um fünf Plätze auf den 19. Rang, Nestlé schob sich von der 43. auf die 30. Position vor.

Obwohl BMW im Vergleich zum Vorjahr in der Gesamtwertung nur um zwei Plätze vom zweiten auf den vierten Rang abgestiegen ist, sind die Autobauer aus München die Verlierer des Jahres 2009. Während im vergangenen Jahr 9,7 Prozent aller angehenden BWLer BMW zum Favoriten kürten, waren es in der aktuellen Studie nur 7,6 Prozent.

Auch Porsche musste Federn lassen, wurde von Rang eins verdrängt und verbuchte im Vergleich zum Vorjahr einen satten Attraktivitätsrückgang von knapp 18 Prozent. Zu den weiteren Verlierern gehören PricewaterhouseCoopers, Daimler, Puma und Siemens.

Die Aufsteiger und Absteiger der Ingenieure

Aufsteiger des Jahres 2009 ist bei den angehenden Ingenieuren Bilfinger Berger . Der Baukonzern schob sich vom 69. auf den 22. Rang vor. Der Wettbewerber Hochtief rückte von der 56. auf die 25. Position vor. Zu den weiteren Aufsteigern zählen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), BASF und Liebherr.

Absteiger bei den angehenden Ingenieuren sind wie bei den BWLern Porsche und BMW. Zwar konnten sich beide Konzerne auf ihren Rängen behaupten, tatsächlich aber sackte Porsche in der Gunst der Ingenieure von 15,6 Prozent auf 12,3 Prozent ab, BMW von 14 auf 11,9 Prozent. Weitere Verlierer waren EADS , AMD und Audi.

Die beliebtesten Branchen der BWLer

Die große Mehrheit der angehenden BWLer fühlt sich der Trendence-Studie zufolge bei Konsumgüterherstellern am besten aufgehoben, vor allem Frauen präferieren diese Branche. An Platz zwei folgen die Automobilhersteller, auf Rang drei Steuerberater und Wirtschaftsprüfer und erst auf Position vier die Banken. Berater folgen auf Rang fünf, in dieser Branche fühlen sich auffällig viele High Potentials wohl. Am unbeliebtesten sind unter angehenden BWLern Automobilzulieferer und der IT- und Telekommunikationssektor.

Die beliebtesten Branchen der Ingenieure

Unter angehenden Ingenieuren hat die Automobilbranche die größte Anziehungskraft. Es folgen Maschinenbauer und die Elektrotechnik. Berater dagegen will kaum ein Ingenieur werden. Wie bei den BWLern bildet der IT- und Telekommunikationssektor das Schlusslicht in der Beliebtheitsskala.

Angehende BWLer und Ingenieure blicken pessimistischer in die Zukunft. Die Ingenieure erwarten zwar, nach einer relativ geringen Anzahl von Bewerbungen und nach relativ kurzer Zeit eine Stelle zu finden. Der Optimismusindex ging allerdings um 2,2 Punkte von 81,5 auf 79,3 Punkte zurück.

Die Wirtschaftswissenschaftler sind da skeptischer. Dort fiel der Optimismusindex um 4,1 Punkte auf 71,1 Zähler. Die Kurve zeigt deutlich nach unten, von den Tiefständen im Jahr 2005 sind BWLer und Ingenieure aber noch weit entfernt.

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65,8 Prozent aller BWLer glauben, dass es 2009 schwer sein wird, eine Stelle zu bekommen, 47,5 Prozent machen sich Sorgen um ihre berufliche Zukunft. 2008 waren es nur 26,3 beziehungsweise 7,9 Prozent.

Unter den Ingenieuren glauben 51,3 Prozent, dass es schwer sein wird, 2009 einen Arbeitsplatz zu finden. Vor einem Jahren waren es lediglich 12,2 Prozent. 33 Prozent machen sich Sorgen um ihre berufliche Zukunft. Die Zahl hat sich mehr als verhundertfacht: 2008 waren es lediglich 0,3 Prozent.

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