Frankfurt am Main - Der umstrittene Hauptgeschäftsführer des Verbandes der privaten Banken, Manfred Weber, nimmt vorzeitig seinen Hut. Weber werde nach mehr als mehr als 18 Jahren zum Jahresende aus dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) "in bester Freundschaft" ausscheiden, sagte ein Verbandssprecher am Freitag in Berlin.
Der gebürtige Niederbayer wird im Dezember 60 Jahre alt, sein Vertrag wäre noch bis 2013 gelaufen. Sein Nachfolger soll bis September sein Amt antreten. Einem Bericht der "Börsen-Zeitung" zufolge soll die Entscheidung unter drei Kandidaten bis Mai fallen.
Weber war in der Finanzkrise zunehmend unter Beschuss geraten. Vor allem die großen Banken hatten ihm vorgeworfen, die Interessen des Verbandes in der Öffentlichkeit und gegenüber der Politik nicht klar genug vertreten zu haben. Weber gehört auch dem elfköpfigen Vorstand des BdB an, das Präsidium bilden der Chef von HSBC Trinkaus, Andreas Schmitz, und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Das Gremium trifft sich am Montag in Berlin, dann will Schmitz auch vor die Presse treten.
Der Posten eines von zwei Stellvertretern Webers ist seit mehr als zwei Jahren vakant. Der Grund dafür wird im Verband auch in Webers internem Führungsstil gesehen. Der studierte Volkswirt Weber war im April 1992 zum BdB gestoßen. Zuvor hatte er für die Bundesbank und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gearbeitet. Seit 2004 ist er Honorarprofessor an der Universität Potsdam.
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