mm: Sie versprechen Ihren Kunden "Ideen auf Knopfdruck". Wie soll das funktionieren?
Kürsteiner: Mein Team und ich haben analysiert, welche gemeinsamen Denkweisen hinter zahlreichen Kreativitätstechniken liegen. Dabei haben sich sieben kreative Denkweisen herauskristallisiert: variieren, kombinieren, adaptieren, inspirieren, visionieren, rezipieren und assoziieren.
mm: Und das heißt?
Kürsteiner: "Kombinieren" bedeutet, dass ich ein Produkt A und ein Produkt B habe. Beide fasse ich zusammen zu Produkt C. Das einfachste Beispiel: Radio und Wecker ergibt Radiowecker. Handy und Kamera ergibt Handykamera. Mit der Methode "Kombinieren" kann jeder leicht überlegen, welche seiner Produkte oder Dienstleistungen sich miteinander verbinden lassen. Diese Art zu denken, führt sehr schnell zu neuen Ideen.
Eine weitere kreative Denkweise ist das "Adaptieren". Flugzeugflügel haben heute Enden, die hochstehen, sogenannte Winlets. Das Prinzip wurde von Adlerflügeln übernommen. Man hat sie nachgebildet und festgestellt, es funktioniert auch im Flugzeugbau. Wenn man ein Problem lösen will, kann man sich also fragen, wo funktioniert das bereits, und versuchen, die Lösung zu adaptieren.
mm: Wie lässt sich Kreativität trainieren?
Kürsteiner: Erstens indem man beginnt, Gewohnheiten zu brechen und bereits bei den Kleinigkeiten anfängt, zum Beispiel andere Strecken zur Arbeit nutzt. Der zweite Schritt ist, für Anregungen zu sorgen. Wilfried Possin, der Namensgeber einer Schlagbohrmaschine für Bosch, kam im Büro auf keine Idee. Dann ging er in ein Kaufhaus, sah in der Kinderabteilung einen kleinen Elefanten und kam auf den Namen Jumbo. Anregungen an anderen Orten und durch andere Personen führen oft zu solchen Geistesblitzen. Drittens kann man die sieben oben erwähnten Denkweisen trainieren.
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