Donnerstag, 9. Februar 2012, 12:06 Uhr

manager magazin



23.02.2010
 

Bewerberfang im Internet

Die besten Karriereseiten

Von Birger Menke

Für Unternehmen sind eigene Internetseiten die Einflugschneise für Talente. Doch viele Personaler locken nicht mehr nur - sondern gehen auch mit Karriereprofilen in sozialen Netzwerken auf die Pirsch. Ein neues Ranking zeigt, wer bei Studenten und Absolventen punkten kann.

Am Anfang war die Frage: "Ist Facebook nicht privat?" Gero Hesse ist bei der Bertelsmann AG verantwortlich für Dienstleistungen im Personalwesen. Bisher beschäftigten sich Personaler meist mit Facebook, wenn es um Partybilder und Einblicke ins unvernünftige Privatleben von Bewerbern ging. Doch Hesse fragte nicht nach dem Für und Wider des Bewerberchecks - es ging ihm darum, dass Bertelsmann selbst auf Facebook präsent sein sollte. Um auf Bewerberfang zu gehen.

Lange gegrübelt hat Hesse nicht: Bertelsmann richtete sich ein eigenes Karriereprofil auf Facebook ein. "Ich denke, es ist doch inzwischen eher ein Hybrid - Facebook ist sowohl ein Raum für private als auch für geschäftliche Kontakte", sagt Hesse. "Wir müssen im Social Web vertreten sein, dort, wo die Zielgruppe ist, um in einen Dialog zu treten."

Bertelsmann setzt bei der Talentejagd auf Netzwerke wie kaum ein Unternehmen: Es nutzt Portale wie Youtube, flickr, StudiVZ und eben Facebook als Einflugschneise für Absolventen auf Jobsuche. Und das mit Erfolg: In einem neuen Ranking der besten Karriereseiten von deutschen Unternehmen, das SPIEGEL ONLINE exklusiv vorliegt, belegt Bertelsmann den ersten Platz.

"Es reicht nicht mehr, eine einigermaßen gute Seite zu haben"

Das schwedische Unternehmen Potentialpark befragte knapp 2000 deutsche Studenten und Absolventen, wie sie ihre Karriere online planen und was sie von den Karriereseiten erwarten. Anhand der Kriterien, die den Befragten am wichtigsten waren, bewertete Potentialpark die Seiten von 100 deutschen Unternehmen.

Zahlen der Studie belegen die enorme Bedeutung der unternehmenseigenen Karriereseiten: Während von den Befragten 46 Prozent angaben, für die Stellensuche Jobportale zu nutzen, steuerten 86 Prozent die Unternehmen direkt an.

"Es reicht nicht mehr, eine einigermaßen gute Seite zu haben", sagt Studienleiter Julian Ziesing. Den Unterschied mache das Talent Relationship, die Herstellung einer Beziehung zwischen Unternehmen und Absolvent. Die Frage sei: "Wie schafft man eine Seite, die zwar viele Informationen bietet, aber nicht zur Bibliothek verkommt, sondern vielmehr Buchladen ist?" Hinter den Karriereseiten müssten Marketingkonzepte stehen, "die Unternehmen wollen sich schließlich als attraktiver Arbeitgeber vorstellen".

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