Berlin - "Haftungsansprüche verjährten bislang zu früh, das müssen wir ändern", sagte die FDP-Politikerin dem "Spiegel" laut Bericht vom Wochenende.
Aufgrund von Sonderregeln im Aktienrecht könnten Ansprüche gegen Vorstände nur fünf Jahre lang geltend gemacht werden. In der Finanzkrise habe sich aber gezeigt, dass negative Folgen mancher Geschäfte erst nach längerer Zeit sichtbar würden.
Als eine entscheidende Ursache der Krise geißelte die Ministerin dem Bericht zufolge eine "wirtschaftliche Spielermentalität". "Gier und Leichtsinn wurden bei manchen Managern nicht nur durch satte Boni geweckt, sondern auch durch zu wenig Haftung und persönliche Verantwortung gefördert", kritisierte sie. Die Unternehmenslenker hätten ihre Vergütungen zu oft ohne persönliches Risiko erhalten.
In der "Bild am Sonntag" forderte Leutheusser-Schnarrenberger zudem, die geltenden Regeln konsequenter anzuwenden. "Wir haben scharfe Bestimmungen, um Manager und Aufsichtsräte zur Verantwortung zu ziehen", sagte sie der Zeitung. "Davon wird aber nach meiner Überzeugung zu wenig Gebrauch gemacht." Als positives Beispiel nannte sie Siemens. Der Technologiekonzern habe gezeigt, dass man Verfehlungen aufarbeiten und ehemalige Vorstände zur Rechenschaft ziehen könne.
manager-magazin.de mit Material von reuters
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