New York - Der Beinahekollaps des Versicherungskonzerns AIG steht für viele als Sinnbild dafür, wie Manager jedes Maß verlieren und die Finanzwirtschaft beinahe zum Einsturz bringen konnten. Maurice Greenberg hingegen glaubt an sein Erfolgsmodell: Der frühere Chef von AIG habe inzwischen in aller Stille eine Familie von Versicherern um seine Gesellschaft C.V. Starr & Company geschaffen, berichtete die "New York Times". Dort beschäftige er bereits eine Reihe von Ex-AIG-Mitarbeitern.
Neuanfang: Der 84-jährige Greenberg gründet ein neues Versicherungsunternehmen
Greenberg hatte AIG über vier Jahrzehnte zum größten Versicherer der Welt ausgebaut. 2005 musste er im Zuge von Ermittlungen über Bilanzmanipulationen gehen. Kritiker werfen ihm vor, die für den Zusammenbruch verantwortliche Geschäftssparte mit Kreditderivaten selbst aufgebaut zu haben. Der Manager wies die Vorwürfe stets zurück. Mit dem Beinahe-Kollaps von AIG im vergangenen Jahr verlor auch der weiter an dem Konzern beteiligte Greenberg viel Geld. Seinen Angaben zufolge ist er der größte Privataktionär von AIG. Zwischen Greenberg und AIG läuft derzeit noch ein Rechtsstreit, der über ein privates Schiedsgerichtsverfahren beigelegt werden soll.
Die US-Notenbank hatte den schwer angeschlagenen AIG-Konzern im vergangenen Jahr stützen müssen. Bisher summieren sich die Finanzhilfen für den einst weltgrößten Versicherer auf rund 180 Milliarden Dollar. Im Gegenzug erhielt der Staat knapp 80 Prozent der Anteile.
manager-magazin.de mit Material von dpa
© manager magazin online 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH