Von Karsten Langer
Auf der anderen Seite machte sich BYD im Westen unbeliebt, weil manche Modelle aussehen wie Kopien der etablierten Konkurrenz. So ähnelt der BYD S8 von vorne einem Mercedes und der BYD T6 sieht aus wie ein Porsche Cayenne.
An zweiter Stelle des Reichsten-Rankings rangiert die Industrielle Zhang Yin, die ein Vermögen von 4,9 Milliarden Dollar ihr Eigen nennt. Zhang, Gründerin des Verpackungskonzerns Nine Dragons Paper, konnte ihr Vermögen trefflich mehren: 2008 taxierte das Hurun-Institut sie und ihre Familie noch auf 2,6 Milliarden Dollar, damit rangierte Zhang auf Platz 15. Das vergangene Jahr war hart für die 51-Jährige. Wegen der Krise verloren Zhangs Firmen zahlreiche Aufträge aus dem Ausland. Unterdessen konzentriert sich die Unternehmerin auf den Binnenmarkt und erwirtschaftet dort über 80 Prozent ihres Umsatzes. Wang und Zhang gelten in China als Vorreiter der Grünen Revolution. Der 43-Jährige Autohersteller Wang will künftig Elektrofahrzeuge bauen, die Papierproduzentin Zhang stellt aus Recyclingpapier Verpackungsmaterialien her.
Der reichste Chinese des vergangenen Jahres, Huang Guangyu, sitzt seit Dezember 2008 in Untersuchungshaft. Dem Mehrheitseigentümer des Unterhaltungselektronikkonzerns Gome wird Kursmanipulation vorgeworfen. Der Vorwurf bezieht sich auf die Aktie des Shanghaier Medizinunternehmens Jintai, das Huangs Bruder gehört.
Huang wurde 1969 in der Provinz Guangdong geboren. 1987 gründete er Gome. Der Handelskonzern betreibt ein Filialnetz, das vom Sortiment her Media-Markt und Saturn ähnelt. Wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe gab Huang den Gome-Vorsitz unterdessen ab.
Seit der erstmaligen Erstellung der Hurun-Liste im Jahr 2004 hat sich die Zahl der Menschen in China, die ein Vermögen von mindestens 150 Millionen Dollar besitzen, verzehnfacht.
Von der Liste geflogen ist der wohl bekannteste Sportler Chinas. Yao Ming, 2,29 Meter großer Basketballer beim NBA-Club Houston Rockets, verpasste einen Großteil der letzten Saison wegen einer Fußverletzung.
In vielen anderen Staaten war die Zahl der Milliardäre in der Krise teils deutlich gesunken. In der Bundesrepublik gibt es laut dem aktuellen manager-magazin-Ranking der "300 reichsten Deutschen" nur noch 99 Superreiche mit Vermögen über eine Milliarde Euro. Das sind 23 weniger als im Vorjahr. Die mm-Liste ist für Deutschland die umfassendste Aufstellung ihrer Art. In Russland halbierte sich die Zahl der Milliardäre sogar. Die 400 reichsten US-Bürger verloren binnen eines Jahres insgesamt 300 Milliarden Dollar.
manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters
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