Von Arvid Kaiser
Hamburg - Der HSH-Nordbank-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper entwickelt gerade ein Vergütungsmodell, das sich am langfristigen Erfolg ausrichten soll. Das bestätigte ein Sprecher der Bank gegenüber manager-magazin.de. Nach einem Bericht des Magazins "Focus" soll der Vorstand künftig wieder umfangreiche Sonderzahlungen kassieren können. Das gehe aus internen Plänen hervor. Demnach sollen die Boni deutlich über den derzeit limitierten Jahresgehältern von 500.000 Euro liegen. Die Zahlungen werden aber laut dem Bericht an Bedingungen geknüpft.
Der Banksprecher bestätigte den Bericht nicht, sagte aber, das Vergütungsmodell werde den Vorgaben der Garantievereinbarung mit den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein entsprechen. Im Gegenzug für eine Kapitalspritze von drei Milliarden Euro und eine Garantie von zehn Milliarden Euro hatten die Länder unter anderem die Vorstandsgehälter auf 500.000 Euro deckeln und Boni aussetzen lassen.
Solange die Bank nicht wieder eine Dividende zahlen könne, gebe es auch keine Boni, erklärte der Sprecher. Das gelte für alle laufenden und künftigen Verträge. Die Debatte um Boni hatte sich an einer im Juli bekanntgewordenen Sonderzahlung von 2,9 Millionen Euro an Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher entzündet. Diese sei in einem alten, also vor der Garantievereinbarung abgeschlossenen Vertrag geregelt worden, erklärte der Sprecher. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatte die Zahlung unter Verweis auf Nonnenmachers Verdienste um die Rettung der Bank verteidigt, auch Kopper stellte sich gegen Rücktrittsforderungen.
Die Pläne könnten in Zusammenhang mit der Führungskrise der HSH Nordbank stehen. Kopper suche intensiv nach neuen Vorständen, hieß es aus Finanzkreisen. Der Gehaltsdeckel erschwere die Verhandlungen aber. Nach Informationen aus Finanzkreisen erhöht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) den Druck auf die HSH Nordbank, Nonnenmachers Ämter auf verschiedene Schultern zu verteilen.
Der Bankchef ist in Personalunion Finanz- und Risikovorstand sowie seit dem Rauswurf von Frank Roth im April auch für das operative Geschäft zuständig. Bereits damals hatte die Bafin schriftlich angemahnt, das Geschäft ordnungsmäßig im Sinn des Kreditwesengesetzes zu organisieren - mit dieser Ämterhäufung sei das nicht gewährleistet. Nun, drei Monate nach Koppers Amtsantritt, hakt die Bafin nach.
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