Stockholm - Das Nobelkomitee vergibt den Friedensnobelpreis 2009 an US-Präsident Barack Obama. Obama wird für seinen Einsatz zur "Stärkung der internationalen Diplomatie" ausgezeichnet. Er habe ein neues internationales Klima geschaffen, hieß es in der Begründung.
Überraschung: Der Friedensnobelpreis geht an Barack Obama
108 Jahre lang habe das norwegische Nobel-Komitee versucht, genau jene internationale Politik anzuregen, für die Obama weltweit nun Wortführer sei, schloss das Gremium seine Begründung. Der Preis ist mit umgerechnet knapp einer Million Euro dotiert
Der norwegische Komiteechef Thorbjörn Jagland sagte zur der Verleihung trotz der noch sehr kurzen Präsidentschaft Obamas: "Alles, was er in seiner Zeit als Präsident angepackt hat, und wie sich das internationale Klima durch ihn verändert hat, ist schon mehr als Grund, ihm dem Friedensnobelpreis zu verleihen."
Jagland meinte weiter, das Komitee habe schon immer versucht, noch nicht abgeschlossene Entwicklungen für den Frieden zu stimulieren und zu fördern. Das sei auch bei den Vergaben an Bundeskanzler Willy Brandt und an den damaligen sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow der Fall gewesen.
In diesem Jahr waren 205 Nominierungsvorschläge eingereicht worden, darunter 33 Organisationen. Dies waren die meisten Nominierungen, die es jemals gab. Im Gespräch war auch der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) sowie einige chinesische Bürgerrechtler. Verliehen wird der Preis wie in jedem Jahr am 10. Dezember in Oslo, dem Todestag von Alfred Nobel.
89 Friedensnobelpreise wurden seit 1901 vergeben. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den früheren finnischen Präsident Martti Ahtisaari.
Er wurde für seine Vermittlerdienste in verschiedensten Konflikten auf der Welt geehrt. Seine Anstrengungen hätten zu einer friedlicheren Welt und zur Brüderlichkeit zwischen Nationen beigetragen, hatte das Nobel-Komitee die Entscheidung begründet.
Der einzige Preisträger aus der Bundesrepublik Deutschland ist bislang Willy Brandt (1971). Weitere deutsche Preisträger sind Gustav Stresemann (1926), Ludwig Quidde (1927) und Carl von Ossietzky (1935).
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