Paris - Ein Nachfolger ist bereits gefunden. Stéphane Richard soll Wenes ab sofort ersetzen. Richard hätte die Führung des ehemaligen Monopolisten ohnehin ab 2011 übernehmen sollen, teilte das Unternehmen mit. Die France-Télécom-Führung steht unter Druck, nachdem sich im Konzern in den vergangenen 19 Monaten 24 Mitarbeiter das Leben genommen haben. Gewerkschaften machen dafür den rasanten Umbau der Firma verantwortlich, der zahlreiche Versetzungen von Beschäftigten nach sich zieht. In mehreren Abschiedsbriefen der toten Mitarbeiter wurden die Arbeitsbedingungen als Motiv genannt.
Wenes, der sich einen Namen als "Kostenkiller" gemacht hat, wird von den Arbeitnehmervertretern als Hauptverantwortlicher für das verschlechterte Klima im Konzern gesehen. Noch vor zwei Wochen hatte er den Gewerkschaften vorgeworfen, die Suizid-Serie in den Medien für ihre Zwecke auszunutzen. "Man lässt die Toten sprechen", hatte er dem Magazin "Nouvel Observateur" gesagt. Es handele sich um eine "monströse Manipulation".
Neben Wenes steht auch Didier Lombard unter Druck. Der Konzernchef reiste Ende September zum ersten Mal persönlich an den Arbeitsplatz eines Mitarbeiters, der Selbstmord begangen hatte. Noch einige Wochen zuvor hatte die Nummer eins der France Télécom
nicht nur die Mitarbeiter gegen sich aufgebracht, als er von einer Selbstmordmode in seinem Unternehmen sprach. Mitte September bestellte der französische Arbeitsminister Xavier Darcos Konzernchef Lombard zu sich. Danach versprach der Vorstandsvorsitzende einige Verbesserungen.
Wenes' Nachfolger Richard war im Mai zum Nachfolger von Lombard bestimmt worden. Er war von 2007 bis 2009 Kabinettsdirektor von Wirtschaftsministerin Christine Lagarde und steht Präsident Nicolas Sarkozy nahe. Richard soll zudem gute Drähte zu den Gewerkschaften haben. France Télécom als drittgrößter europäischer Telekommunikationsanbieter wird noch zu knapp 27 Prozent vom Staat gehalten.
manager-magazin.de mit afp und dpa
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