Von Christina Kestel
mm.de: Herr Giersiepen, nach einer Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung besucht mittlerweile bereits jeder neunte Gymnasiast eine private Schule. Ab welchem Alter können Eltern ihre Kinder ins Internat schicken?
Giersiepen: Man kann kein ideales Alter ausmachen, in dem ein Kind ins Internat passen könnte. Das hängt sehr stark vom Kind ab, von der Familiensituation, vom schulischen Umfeld, oder wie es sich gerade fühlt.
Die spannende Frage ist eher: Mit welcher Intention suchen die Eltern überhaupt ein Internat? Da ist einerseits der Nachzügler, der ziemlich fit und interessiert ist und den die Eltern fördern wollen. Dann könnte sich ein Wechsel schon in der Unterstufe eignen. Andere Eltern stellen in der Mittelstufe fest, dass ihr Kind nicht in die Gänge kommt und auch nicht mehr von den Lehrern motiviert werden kann. Dann wäre ein Wechsel vor oder Ende der 10. Klasse gut. Andere Überlegungen spielen in der Oberstufe eine Rolle. Etwa, wenn ein Jugendlicher über sehr gute sprachliche Fähigkeiten verfügt, es aber an entsprechenden Angeboten mangelt.
mm.de: Die Aufenthaltsdauer an Internaten ist sehr variabel. Manche bieten nur ein Trimester (angelsächsische Variante), andere unterrichten ab der 5. Klasse, wieder andere nehmen Kinder erst ab der Mittel- oder Oberstufe auf. Wovon ist die Aufenthaltsdauer der Schüler abhängig?
Internate
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Lesen Sie mehr zum Thema im manager magazin, Heft 10/2009, ab Seite 162.
mm.de: Welche Länder empfehlen Sie für einen Internatsbesuch?
Giersiepen: Allgemein sind englischsprachige Länder wegen der Sprache interessant, wobei die USA mit Vorsicht zu genießen sind. Die dortigen staatlichen wie privaten Schulen und Internate sind zu kommerzialisiert, sie haben einen ambivalenten Ruf, was ich nur bestätigen kann. Englische Internate haben nach wie vor ein gutes Image, aber auch eine stark internationale Schülerschaft, sodass deutsche Schüler weniger oft mit englischen Muttersprachlern zusammenwohnen. Kanadische Institute sind deutlich besser als im Nachbarland. Und es gibt auch Eltern, die ihre Kinder gleich nach Japan oder Spanien oder Südamerika schicken. Das ist aber die Minderheit.
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