Frankfurt/Main - Die Krise hat deutschen Konzernchefs vergangenes Jahr kräftige Gehaltseinbußen beschert. Die Manager der 30 Firmen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax
) verdienten im Schnitt 2,28 Millionen Euro - rund ein Fünftel weniger als 2007, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervorgeht. Topverdiener mit 9,8 Millionen Euro war Siemens-Chef Peter Löscher.
Im Schnitt machten die Millionengehälter der Topmanager rund 1,5 Prozent vom Gewinn der Großkonzerne aus, wie die DSW mitteilte. Dabei sei die Zusammensetzung der Vorstandsbezüge "insgesamt ausgewogen" gewesen. Feste Grundgehälter hätten rund ein Drittel (34 Prozent) der Managerbezüge ausgemacht. Weitere 47 Prozent seien erfolgsabhängigen Bonuszahlungen gewesen. 19 Prozent orientierten sich demnach an der Entwicklung der Aktienkurse. Jedoch gingen die Unternehmen verstärkt dazu über, den Anteil der festen Grundgehälter zu erhöhen und den Anteil der Erfolgsprämien zu senken.
Auf Rang zwei nach Spitzenverdiener Löscher landete der Chef des Industriegasekonzerns Linde
Schlusslicht in der Rangliste der 30 Dax-Vorstandsvorsitzenden ist Commerzbank-Chef Martin Blessing. Er musste sich wegen der Finanzkrise mit deutlich weniger Geld zufrieden geben als sein Vorgänger Klaus-Peter Müller. Blessing verdiente 2008 laut DSW 629.000 Euro, während Vorgänger Müller es 2007 noch auf knapp 2,9 Millionen Euro brachte. Die Commerzbank
durfte 2008 wegen ihrer 25-prozentigen Staatsbeteiligung keine Boni auszahlen.
Für 2009 und 2010 sei damit zu rechnen, dass die Managergehälter wegen der Krise weiter "deutlich" sinken, erklärte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Die Vorstandsvergütungen für das Jahr 2008 indes seien in der Krise trotz ihrer Millionenhöhe "zwar hoch, aber nicht zu hoch" gewesen.
Unternehmensexperte Gunther Friedl von der Technischen Universität München, die die Studie mit der DSW erstellte, kritisierte die Konzerne für den Rückgang langfristig orientierter Gehaltsbestandteile. Der Anteil langfristiger Komponenten sei von 2007 auf 2008 um 21 Prozent gesunken. Dieser Trend sei "aus unserer Sicht" falsch, erklärte Friedl. Die Gehälter der Manager seien mittlerweile viel zu stark von kurzfristigen Anreizen geprägt, erklärte Friedl.
manager-magazin.de mit Material von afp
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