Von Sven Böll
In der Tat lässt sich dem Zinseszinseffekt gar nicht genug Bedeutung beimessen (siehe Grafik): Wer jeden Monat 1000 Euro spart und sein Kapital mit 6 Prozent jährlich verzinst, wie es bei Aktien auf lange Sicht nicht ganz unrealistisch ist, hat nach 30 Jahren eine Million Euro zusammen - wohlgemerkt bei einem Eigenanteil, der mit 360.000 Euro ungefähr in der Größenordnung eines Einfamilienhauses liegt.
Weil ein professioneller Sparringspartner beim Durchhalten hilft, holen sich viele Millionäre in spe Unterstützung etwa von einem Honorarberater. Der weiß auch Steuervorteile sinnvoll und legal einzusetzen. Und macht einem im Zweifel ein schlechtes Gewissen, wenn der Sparwille nachlässt.
Psychologisch ist die Unterstützung durch einen Profi ein sinnvoller Trick - und auch sonst lassen sich diverse Mittel der Selbstüberlistung einsetzen. Etwa, indem die Rate für den Fondssparplan einen Tag nach dem Eingang des Gehalts vom Girokonto abgebucht wird. Geld, das weg ist, trauert kaum noch jemand hinterher.
Keine Frage, mit dem Sparen anzufangen, sich an ein neues Konsumniveau zu gewöhnen, das ist der schwierigste Schritt. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, unter seinen Möglichkeiten zu leben, empfindet man den bescheideneren Lebensstil meistens auch nicht mehr als Einschränkung.
Allerdings sollte auch niemand - aller deutschen Gründlichkeit zum Trotz - bei seinem persönlichen Millionenprojekt verkrampfen. So können Gehaltssteigerungen etwas zum Teil dafür genutzt werden, mit zunehmendem Erfolg auch den Lebensstil zu erhöhen. Sich immer so viel leisten, wie gerade vertretbar ist - das ist ein wesentliches Erfolgsrezept auf dem Weg zum Millionär.
Man sollte nur nicht richtig über die Stränge schlagen und Dinge kaufen, die sich mangels relevanter Nutzung oder angesichts hohen Wertverlustes nie im Leben rechnen - wie eine Jacht, ein Ferienhaus oder ein Ferrari.
Dass es sich dabei um Vermögensvernichter ersten Ranges handelt, haben die Besserverdiener und Besserwisser von McKinsey schon vor langer Zeit erkannt. Unter den Partnern der Unternehmensberatung gibt es eine goldene Regel, wie man in dem äußerst gut bezahlten Job am einfachsten Millionär bleibt: "No third house, no second wife, no first boat".
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