Wiesbaden - Der Trend zur Auswanderung aus Deutschland ist ungebrochen. Im vergangenen Jahr haben mehr Deutsche ihr Heimatland verlassen als wieder zurückgekehrt sind, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag aufgrund vorläufiger Zahlen mitteilte.
Adieu, arme Heimat: Immer mehr Deutsche suchen ihr Glück im Ausland
Seit Jahren bereits kehren immer mehr Deutsche ihrer Heimat den Rücken und gehen vor allem ins benachbarte Ausland. Den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge gab es 2008 bei den deutschen Auswanderern mit einem Anstieg um rund 14.000 auf 175.000 die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen 1954. Im gleichen Zeitraum kamen rund 108.000 Deutsche aus dem Ausland nach Deutschland, gegenüber dem Vorjahr war dies ebenfalls ein leichter Anstieg um etwa 2.000. Darin sind auch 4.000 Spätaussiedler enthalten.
Der tatsächliche Umfang der Fortzüge und die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr sind laut Bundesamt allerdings unklar: Wegen der Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummer seien die Melderegister 2008 umfangreich bereinigt worden, was zu zahlreichen Abmeldungen von Amts wegen geführt habe. Der Umfang dieser Bereinigungen sei statistisch aber nicht zu ermitteln.
Wenn die bereinigten und vorläufigen Zahlen die Wirklichkeit widerspiegeln, dann haben 2008 erstmals seit der Wiedervereinigung mehr Menschen Deutschland den Rücken gekehrt als zugewandert sind.
© manager magazin Online 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH