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13.05.2009
 

Bewerbungsfotos

Bitte recht seriös!

Verkrampft, verhuscht, verkleidet - wer auf dem Bewerbungsfoto künstlich wirkt, schmälert seine Chancen auf den Traumjob. Zwar ist eine Bewerbung kein Schönheitswettbewerb, aber ein gutes Bild kann Nähe fördern und Sympathien hervorrufen. Und den Ausschlag geben, wenn zwei Bewerber formal gleichauf liegen.

Mike hat die Krawatte auf Halbmast gebunden, der Hemdkragen ist abgestoßen, das Brillenglas spiegelt. Lächeln? Fehlanzeige. Mit dem kalkweißen Hintergrund wirkt das Foto wie im Bahnhofsautomaten aufgenommen.

Dana hat ein paar Euro mehr investiert. Statt sechs mal vier Zentimeter gönnt sie sich ein Halbporträt, das den größten Teil des Deckblatts füllt. Die Hände sind unter dem Kinn gefaltet, große Ohrringe baumeln bis fast auf die Schulter.

"Ich habe in meiner Berufslaufbahn schon Hunderte von Bewerberbildern gesehen", sagt Jutta Ganitis, Bewerbungsberaterin aus Wiesloch bei Heidelberg, "angefangen mit dem Foto aus dem Automaten bis hin zu Teilaktfotografien. Das ganz klassische Bild von circa 6,5 mal 4,5 Zentimeter, oder auch etwas größer, macht für mich immer noch den seriösesten Eindruck, wenn es professionell erstellt wurde."

Doch damit fangen die Probleme an. Viele Jobsucher scheuen den Gang zum Fotografen, teils aus Kostengründen, teils weil sie sich vor der Kamera unwohl fühlen. Ganitis kennt das: "Wie viele Menschen sehen sich gern auf Fotos? Wie viele Menschen finden sich attraktiv oder ansprechend, wenn sie ihr Bewerbungsbild ansehen? Wenige! Genau so wirken viele Bewerbungsfotos auf die Personaler."

Verkrampft, verhuscht, verkleidet - wer so wenig rüberbringt, muss sich über Absagen nicht wundern. Ein gutes Foto (siehe Checkliste) ersetzt zwar nicht die fachliche Qualifikation, kann aber den Ausschlag geben, wenn zwei Bewerber nach der Papierform gleichauf liegen.

Psychologen haben herausgefunden, dass der Betrachter schon nach 150 Millisekunden, also nach weniger als einer Sechstelsekunde, ein Urteil über die abgebildete Person, ihre Fähigkeiten und ihr Sozialverhalten fällt. Der erste Eindruck ist zwar nicht in Stein gehauen und wird oft im Vorstellungsgespräch revidiert, doch so weit muss der Bewerber erst mal kommen.

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