Zürich - Warum Thomas Müller per Ende Juni seinen Posten als CFO und Risikochef räumt, legte Swiss Life
am Dienstag nicht im Einzelnen dar, sondern führte lediglich persönliche Gründe an. Konzernchef Bruno Pfister übernimmt die Aufgaben des 43-Jährigen vorübergehend und will in rund drei Monaten einen dauerhaften Nachfolger gefunden haben.
Swiss Life kämpft mit Prämienrückgängen und Verlusten der deutschen Tochter AWD
Und auch beim für knapp 1,2 Milliarden Euro gekauften deutschen Finanzdienstleister AWD kommt das Geschäft nicht in Gang. Der Umsatz sackte um ein Fünftel ab und das hannoverschen Unternehmen legt nach sechs Millionen Euro Quartalsverlust ein Sparprogramm auf. Im Gesamtjahr erwartet Swiss-Life-Chef Pfister allerdings einen Gewinn. Rückstellungen für AWD gab es keine.
Mit dem geplanten Abbau seiner MLP-Beteiligung ist Swiss Life seit dem Verkauf einer ersten Tranche an Deutschlands drittgrößte Versicherungsgruppe Talanx nicht weitergekommen. Die Schweizer, die bei dem deutschen Finanzmakler unter die Marke von 10 Prozent rutschen wollen, halten nach wie vor 15,9 Prozent. Talanx hatte Swiss Life im März ein 8,4 Prozent großes MLP-Paket abgenommen und ist mit 5,9 Prozent an dem Zürcher Konzern beteiligt. Die angepeilte Zusammenarbeit der beiden Unternehmen ist bisher lediglich skizziert. Talanx, die bei Swiss Life auf 9,9 Prozent aufstocken will, ist vor allem am ADW-Vertrieb interessiert.
Die Swiss-Life-Aktien sanken gegen den Sektortrend um 3,4 Prozent auf 86,90 Franken. Die Titel haben sich dieses Jahr mit einem Plus von rund einem Viertel allerdings deutlich besser entwickelt als die europäischen Versicherungswerte insgesamt.
Der Abgang von Finanzchef Müller werfe Fragen auf, sagte Helvea-Analyst Marc Effgen. Auch für WestLB-Analyst Thomas Noack waren das negative Neuigkeiten; Müller sei in der Finanzgemeinde respektiert und der Risikoabbau des Anlageportfolios von Swiss Life gehe zu einem großen Teil auf sein Konto.
manager-magzin.de mit Material von reuters
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