Laut der Erhebung des IW Köln sehen das auch viele Betriebe so: Von 3900 befragten Unternehmen will jedes vierte die Zahl der angestellten Ingenieure erhöhen, zwei Drittel wollen die Beschäftigung konstant halten. Lediglich jedes 14. Unternehmen plant, Stellen im Ingenieurbereich abzubauen.
Das Ziel, den Beschäftigungsgrad mindestens konstant zu halten, dürfte sich als schwierig erweisen. Denn der Arbeitsmarkt für Ingenieure wird laut VDI von der demografischen Entwicklung überrollt. Jedes fünfte Unternehmen müsse in den kommenden fünf Jahren altersbedingt Ingenieure ersetzen. Da die Zahl der deutschen Ingenieurabsolventen aber bestenfalls reichen würde, um den entstehenden Ersatzbedarf zu decken, drohe die Besetzung neuer Ingenieurstellen zu scheitern.
Laut VDI wird die Gefahr allerdings vielerorts noch unterschätzt: Drei Viertel der Unternehmen schätzen den Effekt als gering ein. "Insbesondere kleinere Unternehmen müssen stärker für die demografische Herausforderung sensibilisiert werden", sagte IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös. "Mittelfristig ist mit einem breiteren Ingenieurmangel und generell mit einem Akademikermangel zu rechnen", bestätigt Franziska Schreyer, Arbeitsmarktforscherin beim IAB, auf Anfrage von manager-magazin.de. Besonders problematisch sei, dass überdurchschnittlich viele angehende Ingenieure das Studium nicht beenden.
Forderung an die Politik
"Im Schnitt brechen rund 20 Prozent der Unistudenten ihr Studium ab. Bei den Ingenieuren sind es aber 25 Prozent". Maschinenbau- und Elektrotechnikingenieure geben ihr Studium besonders oft auf: "Bei ihnen liegt die Abbrecherquote bei einem Drittel." Einen Grund sieht Schreyer in den hohen Anforderungen, sowohl vom Inhalt als auch vom Umfang her, die an die Studenten gestellt werden. Da sind auch Einstiegslöhne nach dem dreijährigen Bachelorstudium von 35.000 bis 40.000 Euro kein ausreichender Anreiz.
Kritik übt Fuchs an der Politik. Die Umsetzung der von den Unternehmen gestellten Forderungen sei weitgehend ausgeblieben. Eine Stärkung des technisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts sei bislang nicht erfolgt und die Bedingungen an technischen Hochschulen nicht viel besser als im Jahr zuvor. "Hier wird heute lediglich in Infrastruktur investiert, nicht in qualifiziertes Personal oder eine Überarbeitung der Lehrpläne." Auch wenn Wahlkampf angesagt sei, fügte Fuchs an, würde der VDI von der Politik "weitsichtige Entscheidungen" erwarten.
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