Von Anja Tiedge
Bezahlt würden die Manager weiterhin in Form von "Gewinnen durch den Besitz von Google-Aktien". Zwar hat auch diese in den vergangenen Monaten erheblich an Wert eingebüßt. Die Papiere werfen aber noch so viel ab, dass die Hauptanteilseigner damit über die Runden kommen: Unter dem Strich schätzt "Forbes" das Vermögen von Brin auf zwölf Milliarden, das seines Kompagnons Page auf elf Milliarden Dollar.
Doch das sind Hintergrundinformationen, die der Öffentlichkeit zumeist nicht bewusst sind. In den Köpfen bleiben lediglich die Schlagzeilen hängen: "Postbank-Chef Klein wird Ein-Euro-Jobber" oder "100 Cent als Jahresgehalt". Das Wörtchen "symbolisch", das den Minigehältern in den Schlagzeilen oft vorangeht, soll selbst als Symbol fungieren.
Ob die vermeintliche Bescheidenheit in der Öffentlichkeit tatsächlich als solche ankommt, bezweifelt Kommunikationsberater Peter Engel von der Agentur Engel & Zimmermann. "Dieser Gehaltsverzicht ist überdreht und peinlich", sagt er. "Niemand glaubt ernsthaft, dass jemand für einen Euro im Jahr arbeitet." Bislang habe jedenfalls noch kein Manager mit symbolischem Gehalt Hartz IV beantragen müssen.
Wie bei den milliardenschweren Gehältern, die sich einige Führungskräfte selbst in Krisenzeiten gönnen, und die immer wieder für einen Aufschrei der Empörung sorgen, fehle auch nach unten hin das richtige Maß. "Wenn die Bezahlung zu stark von dem abweicht, was als gerecht empfunden wird - egal ob nach unten oder nach oben - ist das unglaubwürdig und weckt Misstrauen", so Engel. Das könne dem Image Schaden zufügen.
Will ein Manager auf sein Gehalt verzichten und damit ein Zeichen setzen, empfiehlt der Experte andere Maßnahmen: "Sie sollten sich angemessen bezahlen lassen und das Geld für einen wohltätigen Zweck spenden." Denn was die Öffentlichkeit vor allem zu schätzen weiß, sei ein nachvollziehbares und transparentes Gehalt.
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