Von Helmut Reich
Und erfolgsabhängige Bezahlung sollte man auch wesentlich an der Teamleistung festmachen. "Mindestens 50 Prozent", weiß Feldmeier. "Allerdings gibt es auch Menschen, die gar nicht oder nur schwer teamfähig sind. Diese sollten auf keinen Fall gezwungen werden, in einem Team zu arbeiten." Ansonsten sei es wie beim Sport - die Zusammensetzung ist der Schlüssel zum Erfolg: "Nur Stars oder nur Wasserträger sind der Tod eines jeden Teams".
Dem stimmte auch Referent Oskar Handow zu. Der Psychologe betreut Spitzensportler und kennt die entscheidenden Fehler der Teambildung: "Keine Führung, also das Laisser-faire-Prinzip, ist genauso schlecht wie zu viel Führung." Außerdem lebten viele Organisationen nach Regeln, die von Personen aufgestellt wurden, die schon lange nicht mehr dem Unternehmen angehören. "Hier macht ein regelmäßiger Werte- und Regel-TÜV durchaus Sinn."
Wichtig sei eine klare Rollenverteilung. "In unserem Unternehmen gibt es keine Stellenbeschreibungen, damit sich die Mitarbeiter nicht eingeschränkt fühlen" - solche sicher gut gemeinten Regeln führten meistens nur zu Irrungen und Wirrungen. "Ergebnis einer solchen Gewohnheit ist, dass es ständig Zuständigkeitsstreitigkeiten gibt und die ungeliebten Themen niemandem gehören wollen", so Handow.
Hans Werner Hagemann, geschäftsführender Gesellschafter der Munich Leadership Group, setzt daher voll auf heterogene Teams. Als Berater großer Unternehmen wie Siemens oder BMW weiß er, dass man "auch mal Unruhe ins Team bringen muss, denn Zufriedenheit ist wie ein Schlafmittel, Höchstleistungen werden so verhindert". Wichtig sei aber auch eine herausfordernde Aufgabe - "Wir führen unsere Fertigung in die Champions League" - an der sich die Mitarbeiter orientieren können.
Der Stolz auf die Arbeit und der Eigenantrieb seien besonders wichtig, denn nicht umsonst finde man die höchste Mitarbeitermotivation oft bei Non-Profit-Organisationen. "Doch meistens komme Lust auf Leistung nicht von selbst - erfolgreiche Teams haben immer einen Leader, ob formal oder informell", sagt Hagemann. Zum Prozess einer erfolgreichen Teamarbeit gehöre jedoch auch, dass im Verlauf der Arbeit jeder einmal der Superstar sei und dann von den anderen Teammitgliedern gefeiert werden müsse.
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