27.02.2009
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Maria-Elisabeth Schaeffler

Wundersame Wandlung einer Milliardärin

Von Nils-Viktor Sorge

2. Teil: "Sie sieht sich existenziell bedroht"

mm.de: Stopp. Sie bedienen jetzt Vorurteile gegenüber Frauen in Führungspositionen, indem Sie so stark auf das Äußere von Schaeffler abstellen.

Nun kurz, zuvor lang: Schaefflers neue Frisur soll nach Ansicht Mansfelds Tatkraft vermitteln
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[M] Getty Images; DPA; mm.de

Nun kurz, zuvor lang: Schaefflers neue Frisur soll nach Ansicht Mansfelds Tatkraft vermitteln

Mansfeld: Frau Schaeffler inszeniert sich nun einmal selbst. Und es ist so offensichtlich, was sie bezweckt. Zugegeben, Männer geraten seltener wegen ihres Äußeren ins Gerede, aber sie haben auch weniger Ausdrucksmöglichkeiten. Schaeffler dagegen hat schon immer bewusst ihr Äußeres für ihre jeweilige Rolle eingesetzt. Zunächst war sie die Grande Dame mit kräftigem Lidstrich und Lippenstift. Jetzt ist sie die Malocherin.

mm.de: Die Mitarbeiter lieben sie und jubeln ihr zu.

Mansfeld: Das Hemd ist immer näher als die Jacke. Die wollen ja, dass der Status quo erhalten bleibt. Das kann ich schon gut nachvollziehen. Aber wie nahe geht Frau Schaeffler das Wohl ihrer Mitarbeiter wirklich? Als sie auf der Demonstration in Herzogenaurach mit erhobenen Armen die Hände über dem Kopf faltete wie einst Gerhard Schröder, da schien es mir als habe sie geweint, weil sie von ihrer eigenen Pose so ergriffen war.

mm.de: Macht es sich Frau Schaeffler letztlich selbst schwer damit, dass sie sich so in den Vordergrund spielt?

Mansfeld: Sie sieht sich existenziell bedroht und könnte alles verlieren. Man sieht ihr die Anspannung an. Sie ist von einem absoluten Machtwillen geprägt, daran hängt ihr gesamtes Selbstwertgefühl. Deshalb hat sie die Flucht nach vorn angetreten.

mm.de: Wie kann Schaeffler ihre Glaubwürdigkeit wieder herstellen?

Mansfeld: Indem sie anfängt, über sich selbst nachzudenken, den Fehler mit der Übernahme von Continental Chart zeigen analysiert und gegebenenfalls in nachvollziehbarer Weise öffentlich bereut. Sie ist mitnichten ein Opfer. Sie muss die Opferrolle abstreifen. Sie hat in ihrem bisherigen Leben meist ausgeteilt, nun muss sie einmal wegen eigener Fehler einstecken. Doch darin liegt auch eine Chance. Nur am Schmerz reift der Mensch.

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