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manager magazin



10.02.2009
 

Bankerboni

"Ich sehe keinen Reformbedarf"

Von Nils-Viktor Sorge

Katerstimmung statt Bullenjahre: Lange war die Stimmung unter Bankern in der Bonussaison nicht so trübe. UBS, Deutsche Bank und Co. streichen nicht nur bei den Investmentbankern - trotzdem hagelt es Kritik. Headhunter Tim Zühlke erklärt, wie Banker die Krise überleben und warum sich die Gehaltsspirale schon bald wieder nach oben drehen wird.

mm.de: Derzeit werden die Deutschbanker über ihre Bonuszahlungen informiert. Wie groß fällt der Schock aus?

  Tim Zühlke  ist Headhunter und Gründungspartner bei Indigo Headhunters in Frankfurt. Das Unternehmen hat sich auf den Finanzmarkt spezialisiert.
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Tim Zühlke ist Headhunter und Gründungspartner bei Indigo Headhunters in Frankfurt. Das Unternehmen hat sich auf den Finanzmarkt spezialisiert.

Zühlke: Die Stimmung wird nicht kippen, die Mitarbeiter erleiden wegen der Vergütungen keinen Schock. Die Deutsche Bank Chart zeigen hat ihre Mitarbeiter bereits darauf vorbereitet, dass der Bonuspool im Vergleich zum Vorjahr um etwa 50 bis 60 Prozent kleiner ist. Da kann sich jeder in etwa ausrechnen, wie viel für ihn im Topf ist. Man muss das auch in der Gesamtrechnung sehen. Wir kommen aus Bullenjahren. Das waren Jubelzeiten. Wenn es jetzt ein, zwei dünne Jahre gibt, geht es danach wieder aufwärts.

Wir beobachten allerdings eine wachsende Angst um den Arbeitsplatz. Es wird weitere Entlassungsrunden in der Branche geben. Da wird sich zeigen, wer dabei bleibt. Bei vielen ist Unsicherheit da, ob der Arbeitsplatz die nächsten sechs Monate noch sicher ist. Das wird vor allem das Investmentbanking betreffen - weltweit, aber es ist auch in Frankfurt sichtbar.

mm.de: Wer kommt glimpflich davon, wer wird geschoren?

Zühlke: Wir gehen davon aus, dass die Deutsche Bank ihre guten Mitarbeiter einigermaßen bezahlen wird. Das heißt, dass die Spitzenkraft mit vielleicht nur mit 5 bis 10 Prozent weniger nach Hause geht. Die Schere im Vergleich zu seinem Kollegen, der nicht so erfolgreich war, wird aber deutlich größer. Der bekommt vielleicht 70 oder 80 Prozent weniger aus dem Topf.

mm.de: Welche Bereiche sind besonders von harten Einschnitten betroffen?

Zühlke: Wir wissen, dass die Deutsche Bank im Handel viel Geld verloren hat. Es ist kein Zufall, dass in New York Herr Weinstein gehen musste. In London wurde der Derivatehandel fast komplett aufgelöst - in den Bereichen wo wenig verdient wird, da wird auch schlecht bezahlt.

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