Berufseinsteiger haben einen schwereren Stand - denn sie haben noch kein allzu großes professionelles Netzwerk. "Einsteiger haben wenig Chancen, wenn sie nicht sofort anfangen, ein Netzwerk aufzubauen", sagt Kurmeyer.
Am besten sei dies schon in Ausbildung oder Studium, spätestens sollte es aber beim Start in die Karriere passieren. "Das geht auch über Berufsverbände oder andere Organisationen wie Gewerkschaften, Parteien oder andere Institutionen."
Komplett allein stehen Anfänger aber nicht da: "Berufseinsteiger haben in der Regel auch ein Netzwerk, es ist ihnen meistens nur nicht bewusst", erklärt Doris Brenner. "Familie, Freunde, Nachbarn, Studienkollegen, deren Eltern, Kontakte aus dem Freizeitbereich können auch im Hinblick auf die Jobsuche wichtige Kontakte sein." Vielleicht sei der Vater eines Freundes genau in der Branche, in die man möchte. "Auch über Praktika haben viele schon eigene Kontakte in die Berufswelt geknüpft." Wichtig sei, diese Kontakte nicht einschlafen zu lassen, sondern zu pflegen.
Hilfreich sei außerdem, die Suche zu kommunizieren. "Man sollte möglichst breit streuen, dass man sich beruflich orientiert." Das könne auf Fachmessen, Vorträgen, in Berufsverbänden, bei Tagungen passieren. "Es ist immer besser über einen fachlichen Aufhänger, ein inhaltliches Thema, ins Gespräch zu kommen, als nur zu sagen, dass man einen Job sucht", empfiehlt Brenner.
Wichtige Informationen seien zum Beispiel örtliche Flexibilität, gesuchte Jobinhalte und ein aussagekräftiger Lebenslauf, den man bei Bedarf schnell schicken kann, sagt Krebs. "Dann sollte man ganz gezielt über die Netzwerke Personen im Dunstkreis des gewünschten Arbeitgebers ansprechen." Männer haben beim Netzwerken erfahrungsgemäß mehr Aktien im Spiel als Frauen, sagt Brenner. Frauen sollten sich darum stärker bewusst werden, wie wichtig Netzwerke und Kontakte sind. Mentoring-Programme sind nach Kurmeyers Worten mehr die individuelle Rückenstärkung und die Kleingruppe, in der gelernt und ausprobiert wird, wie effektives Netzwerken funktioniert.
Verena Wolff, dpa
© manager magazin Online 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH