München/Brüssel/Berlin - Weltweit spitzt sich die Lage für viele Unternehmen dramatisch zu: Banken und die Autoindustrie kämpfen bereits gegen die Krise. Auch weitere Wirtschaftszweige wie der Maschinenbau, die Medien oder die IT-Branche geraten in den Krisenstrudel.
Bankmanager (von Lehman Brothers): Hang zum Altbewährten
Zwar beurteilen 75 Prozent der befragten Manager die finanzielle Situation ihrer Unternehmen noch immer positiv. Nur 20 Prozent befürchten eine Verschlechterung der Lage. Und jeder zweite Top-Manager geht sogar davon aus, sich im Zuge der Krise einen Wettbewerbsvorteil verschaffen zu können.
Doch intern herrscht Skepsis gegenüber dem eigenen Krisenmanagement. Der Umfrage zufolge beschäftigen sich 65 Prozent der aktuell finanziell angeschlagenen Unternehmen trotz Finanzkrise und drohender Kreditklemme nur unzureichend mit Aufbau und Erhalt ihrer Liquidität. Selbst ein Viertel der solide aufgestellten Unternehmen lässt Wachstumspotentiale ungenutzt und geht Investitionen, Expansionen und Akquisitionen nicht konsequent genug an.
Laut Booz ist das ein Beleg für den Mangel an Weitsicht in den Chefetagen: "Strategisch agierende CEOs verfolgen auch in einem schwierigen Marktumfeld einen antizyklischen Wachstumsplan, um gegenüber dem Wettbewerb gestärkt aus der Krise hervorzugehen", argumentiert Stefan Eikelmann, Sprecher der Geschäftsführung von Booz & Company im deutschsprachigen Raum.
Auch Topmanager deutscher Unternehmen klagen über Mängel im eigenen Krisenmanagement. Ausgerechnet den Führungsgremien angeschlagener Unternehmen droht offenbar die Schockstarre. Es herrscht erhebliche Verunsicherung und laut Booz ein "gefährlicher Hang" zum Altbewährten. 62 Prozent der Manager sind dort nicht von ihrem Krisen- und Cash-Management überzeugt.
"Oft fehlt es an Mut und Durchsetzungskraft, notwendige Maßnahmen wie Kostensenkungen und Restrukturierungen konsequent anzugehen", sagt Booz-Experte Eikelmann. Das Ausmaß der Krise sei so immens, dass sich viele Unternehmenslenker am sichersten fühlten, wenn sie in gewohnter Weise weiter agierten. "Doch was bisher funktioniert hat, ist künftig keine Erfolgsgarantie mehr", warnt Eikelmann.
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