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19.12.2008
 

Burnout

Kollaps im Hamsterrad

2. Teil: "Keine Mails, keine Telefonate, nichts"

Für Burnout gibt es keinen eigenen Diagnoseschlüssel wie für andere Krankheiten. "Es wird auf dem Krankenschein nicht erfasst", sagt DGUV-Experte Windemuth. "Wenn man nach 14 Tagen Urlaub wieder anfängt zu arbeiten und zwei Tage später den alten Erschöpfungszustand erreicht, ist das ein klarer Warnhinweis", sagt Führungskräftetrainer Berndt.


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Wer zwischen Arbeit und Privatleben nicht mehr trennen kann, ist auch ein Risikokandidat: "Das gilt zum Beispiel, wenn man im Bett noch über Berufliches nachgrübelt", so die Psychotherapeutin Matyssek. Wichtig sei aber, dass Burnout-Gefährdete zuzugeben lernen, verletzbar zu sein, statt zu glauben, immer der starke Held sein zu müssen, sagt Beraterin Truckenbrodt.

Wer unter akutem Burnout leidet, ist nicht mehr fähig zu arbeiten. Und er braucht dann wirklich eine Auszeit: "Keine Mails, keine Telefonate, nichts, was an Arbeit erinnert", sagt Psychotherapeutin Matyssek. Hinterher einfach in den Beruf zurückzukehren, ist meist keine Lösung. Tipps wie "Man muss Nein sagen lernen" hält Frank Berndt dann zwar für hilfreich - aber nicht für ausreichend. "Das bleibt an der Oberfläche", sagt der Trainer.

Um das Problem auf einer tieferen Ebene anzugehen, muss geklärt werden, was die eigentliche Ursache der Überforderung ist. "Zu viel Arbeit ist es nicht", sagt Berndt. Jedenfalls nicht allein: Denn ein Burnout-Syndrom entstehe nie nur wegen äußeren Drucks. "Burnout ist immer ein System, bei dem innere und äußere Entwicklungen zusammenwirken." Langfristig lasse sich nur etwas gegen die Überforderung tun, wenn man nach den inneren Ursachen fragt: "Warum sagt jemand immer wieder "Ja", obwohl er Feierabend machen müsste?" Die Angst, andere zu enttäuschen, stecke oft dahinter - oder der starke Wunsch, Karriere zu machen.

"Ausgeprägtes Perfektionsstreben erhöht die Burnout-Gefahr", sagt Berater Windemuth von der DGUV. "Wer immer alles ganz richtig machen will, der muss fast zwangsläufig häufiger das Gefühl haben, das nicht zu schaffen." Und gerade auf unsichere Persönlichkeiten, bei denen die Burnout-Gefahr erhöht ist, könne das dann Druck ausüben.

Die beste Prävention gegen die Ausbildung eines Burnout-Syndroms ist Windemuth zufolge funktionierende soziale Unterstützung im Job. Wer dort Freunde und Kollegen hat, die einem unter die Arme greifen, wenn es stressig wird, kann manches wegstecken, was andere umwirft. Grundsätzlich seien solche Probleme lösbar - im Zweifelsfall mit Hilfe eines Psychotherapeuten, sagt Windemuth. "Voraussetzung ist allerdings, dass man möglichst früh beginnt."

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